Napster steigt bei MP3-Verkauf ohne Kopierschutz ein

Der Online-Musikanbieter folgt dem Vorbild von iTunes und Amazon und will neben seinem Abo-Dienst ab dem zweiten Quartal auch DRM-freie MP3-Songs anbieten.

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Von
  • Felix Longolius

Die Betreiber des Musikportals Napster haben angekündigt, künftig neben dem Abonnementdienst, der weiterhin nur kopiergeschützte WMA-Dateien und -Streams beinhalten wird, einzelne Songs und Alben in einem DRM-freien MP3-Format zum Kauf anzubieten. Damit folgt Napster der Konkurrenz von iTunes und Amazon. Napster hat eigenen Angaben zufolge etwa 5 Millionen Songs im Angebot. Diese sollen alle ab dem zweiten Quartal 2008 auch als MP3-Dateien bereitstehen.

Die Ankündigung von Napster-CEO Chris Gorog, nun "erstklassige Inhalte" auch im kopierschutzfreien MP3-Format anbieten zu können, folgt, nachdem sich mit Sony BMG zuletzt das vierte große Label dazu entschieden hatte, zumindest einen Teil seines Angebots als DRM-freie Downloads zu vertreiben. Zuvor hatten bereits EMI, Warner Music und Vivendi Universal ihre Strategie geändert.

Unter dem Namen Napster ging 1998 eine P2P-Tauschbörse für MP3-Dateien an den Start. Nach einer missglückten Kooperation mit Bertelsmann, die in Schadensersatzzahlungen von schätzungsweise 400 Millionen US-Dollar an die US-amerikanische Plattenindustrie endete, konnte Roxio die Namens- und Markenrechte an Napster erwerben. Roxio machte aus Napster einen Bezahl-Service für Musikdateien. (flo)