Telekom strafft Festnetzsparte T-Com
Rund 1500 Mitarbeiter müssen laut T-Com-Vorstand Walter Raizner die Festnetzgesellschaft der Telekom verlassen; dies sei aber bereits in dem angekündigten Stellenabbau berücksichtigt.
Die Telekom will ihre schwächelnde Festnetzsparte straffen und deren Zentrale in Bonn konzentrieren. "Die neue Struktur ermöglicht deutlich mehr Dienst am Kunden und deutlich weniger Verwaltung und Bürokratie", sagte T-Com-Chef Walter Raizner am Donnerstag in Bonn. Mit den mehr als 100 Standorten sei die Zentrale nicht effektiv organisiert. Auch wenn sie auf wenige Standorte und in Bonn konzentriert werden solle, sei die Schließung von Vertretungen nicht geplant. Diese würden sich künftig stärker um Service und Vertrieb kümmern.
Die Zahl der Mitarbeiter in der T-Com-Zentrale will Raizner von 8000 auf 1200 Beschäftigte senken. Rund 1500 müssten das Unternehmen verlassen, was bereits in dem angekündigten Stellenabbau berücksichtigt sei. Die verbliebenen rund 5300 Mitarbeiter sollen auf die Niederlassungen verteilt werden. "Die Standorte vor Ort erhalten mehr Entscheidungsfreiraum, um damit auf regionale Entwicklungen besser zu reagieren", sagte Raizner. Durch die Neuordnung will er den Service und den Vertrieb im Festnetzgeschäft verbessern. Wegen des starken Wettbewerbs durch neue Konkurrenten ist der Umsatz von T-Com seit Jahren rückläufig.
Raizner hat nach seinem Amtsantritt vor knapp anderthalb Jahren dem Geschäftsbereich eine Rosskur verordnet. Die Mitarbeiterzahl soll innerhalb der kommenden drei Jahre von derzeit 110.000 auf 90.000 sinken, womit T-Com am härtesten von dem geplanten Stellenabbau betroffen ist. Insgesamt sollen 32.000 Beschäftigte die Telekom bis Ende 2008 verlassen. Der Konzern reagiert nach eigenen Angaben auf die Herausforderung durch den technologischen Wandel, der viele Arbeitsplätze vor allem im Festnetzgeschäft überflüssig macht.
Zudem will Raizner die Produktpalette drastisch zusammenstreichen und die Zahl der Callcenter auf 51 halbieren. Allerdings sind über die Einschnitte bei den Callcentern die Verhandlungen mit ver.di noch nicht abgeschlossen. Nach Angaben aus Branchenkreisen hatte der Manager auch eine Verlegung der T-Com-Zentrale nach München oder Frankfurt geprüft, dies aber verworfen. "Die Zentrale bleibt in Bonn", bekräftigte Raizner. (dpa) / (jk)