Böse Knutschkugel
Zu viel Disneyland in der DNS: Für eine Hommage zum 50sten Geburtstag des bayerischen Schlaglochsuchgeräts ließ ein Amerikaner eine Isetta sterben. Ihre sterbliche Hülle bekam ein Extrem-Tuning nach dem Vorbild eines Kinderspielzeugs. Nun steht die 740 PS-Isetta zum Verkauf
Blenheim (USA), 31. Januar 2013 – Bruce Weiner hat eine für einen Amerikaner ungewöhnliche Schwäche für Kleinstwagen, woraufhin ihm ein Europäer auf den ersten Blick schon mal guten Geschmack unterstellt. Doch natürlich gibt es einen Haken - hier eine Portion Disneyland in Weiners Erbgut. Seine dunkle Seite zeigte sich 2005: Für eine Hommage zum damaligen 50sten Geburtstag des bayerischen Schlaglochsuchgeräts ließ er eine Isetta 300 aus dem Jahr 1959 sterben. Horribile dictu: Ihre sterbliche Hülle bekam ein Extrem-Tuning nach dem Vorbild eines Kinderspielzeugs!
Ganz klein angefangen
Die Isetta gehört ja schon zu den kleinsten Autos der Welt, die Monster-Isetta aber war etwa nur fingerlang, als sie 1998 auf den Markt kam. Das Hot-Wheels-Spielzeugauto vom Mattel namens "Whatta Drag" wurde so populär, dass Mr. Weiner es 2005 im Maßstab 1:1 nachbauen lässt. Weiner entkernt die 300er bis auf ihre Hülle. Der Einzylinder mit 13 PS - ein angepasster Motor aus dem BMW-Motorrad-Programm - wird ersetzt durch einen 502-Cubic-inch-Big-Block von Chevrolet. Der 8,2-Liter-V8 passt natürlich nicht in die Serien-Isetta. Wie beim kleinen Vorbild hängt er im Heckanbau mit Einzel-Breitreifen und Riesen-Spoiler. Pietätlos.
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Geht es noch abgefahrener? Diese BMW Isetta wurde zum Dragster umgebaut.
Besser nicht ausprobieren
So wächst die Isetta von ursprünglich 2,28 Meter Länge auf 3,78 Meter. Der Chevy-Motor wird mittels Kompressor und zwei Holley-Vergasern auf rund 740 PS gebracht. Diese Kraft wird per manueller Zweigang-Schaltung übertragen. Etwas mehr BMW als nur die Karosserie ist vorhanden, wenn auch deutlich jünger als die Blechteile: Die vordere Radaufhängung stammt vom M3. Wie schnell die Super-Isetta ist, wollte biher niemand ausprobieren, vor Benutzung wird ausdrücklich gewarnt. "Whatta Drag" ist nicht für die Benutzung auf Straße oder Rennstrecke gedacht und demzufolge ein reines Show-Car, denn Drehmoment und Fahrwerk könnten zur Gefahr für Leib und Leben werden. Wer es trotzdem wagen will, sollte mindestens 70.000 Euro veranschlagen und mitbieten. (fpi)