Rundumerfassung gegen Schlafstörungen
Forscher an der University of Washington arbeiten an einem neuartigen mobilen Schlaflabor.
Die Verwendung von Schlaftrackern liegt im Trend. Die Gadgets lassen sich mittlerweile in Form von Headsets, Armbändern oder Ansteckgeräten erwerben und sogar unter der Matratze platzieren. Gemessen werden dabei je nach Produkt Bewegungen, Körpertemperatur oder gar die elektrische Aktivität im Gehirn. Forscher an der University of Washington haben mit dem Lullaby nun ein mobiles Schlaflabor entwickelt, das einen Schritt weitergeht, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Es zeigt nicht nur, wann man schlecht schläft, sondern hilft auch, zu verstehen, warum es passiert.
Dazu werden diverse externe Faktoren gemessen – von der Raumtemperatur über die Umgebungslichtintensität bis hin zu den Hintergrundgeräuschen. All das wird dann mit den Daten eines Fitbit-Bewegungssensors kombiniert, der am Arm getragen wird und erfassen kann, wenn der Nutzer sich im Schlaf umdreht oder aufwacht. Außerdem erfasst eine Infrarotkamera den Schläfer und schießt alle 15 Sekunden ein Bild. So ergibt sich eine Art Schlaftagebuch, das der Nutzer sich dann am nächsten Morgen beim Kaffee auf einem Tablet ansehen kann.
In einem Feldversuch untersuchten vier Testschläfer das Lullaby-System zwei Wochen lang und installierten es auf ihrem Nachttisch. Die Entwickler haben dabei auch an den Schutz der Privatsphäre der Nutzer gedacht: Diese konnten Teile des Bildmaterials, das sie nicht analysiert haben wollten, löschen – ebenso wie möglicherweise mitaufgezeichnete Konversationen vor der Nachtruhe. Zudem ließ sich das Gerät auch ausschalten.
Die Tester sammelten etwas mehr als ein Dutzend Schlafproben. Ein Nutzer entdeckte für sich erstmals die Frequenz seiner Schnarchattacken, während ein anderer erkannte, wie oft er sich im Schlaf umdreht. In einem dritten Fall war mit dem System sogar festzustellen, wann die Versuchsperson mit dem Schlafwandeln begann.
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(bsc)