Zwei neue US-Atomreaktoren beantragt

Der Energieversorger NRG Energy, Inc. hat nach eigenen Angaben bei der US-Aufsichtsbehörde Nuclear Regulatory Commission (NRC) einen Antrag zum Bau von zwei neuen Atomreaktoren gestellt.

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Der Energieversorger NRG Energy, Inc. hat nach eigenen Angaben bei der US-Aufsichtsbehörde Nuclear Regulatory Commission (NRC) einen Antrag zum Bau von zwei neuen Atomreaktoren gestellt. Sollte das Projekt genehmigt werden, wäre dies der erste Neubau von Atomkraftwerken in den USA seit 29 Jahren. Derzeit sind in den USA 104 AKWs am Netz – zwei Reaktoren werden nach langen Unterbrechungen von 22 und 23 Jahren derzeit zu Ende gebaut.

Die beiden sogenannten ABWR-Reaktoren mit je 1.350 Megawatt Leistung – der "Advanced Water Boiling Reactor ist eine Entwicklung von General Electric – sollen am Standort des South Texas Project-Kraftwerks errichtet werden. Die Reaktoren könnten frühestens 2014 ans Netz gehen. In Europa wird seit März 2005 an einem neuen AKW gebaut. Olkiluoto 3 ist der erste Reaktor-Neubau in Europa seit dem Tschernobyl-Unfall – das Projekt ist allerdings mittlerweile hinter dem Zeitplan zurück.

Im Zuge der Klima-Diskussion rechnet die Branche mit einem weiteren Kernkraftwerksausbau: Die Internationale Energieagentur IAE prognostiziert eine Erhöhung der weltweiten AKW-Kapazität von derzeit 368 Gigawatt auf 416 Gigawatt bis 2030. Die Lobby-Organisation WNA sagt bis zu 740 Gigawatt binnen desselben Zeitraums voraus – dafür müssten bis zu 400 neue Atomkraftwerke gebaut werden. Weltweit waren Anfang des Jahres 28 AKWs im Bau und 57 geplant.

Abschreckend scheinen vor allem die Startinvestitionen zu sein: Der Bau eines Atomkraftwerks kostet pro Kilowatt zwischen 1.500 und 2.200 US-Dollar. Standardisierung könnte den Betrag auf 1.200 US-Dollar drücken, aber ein Gaskraftwerk kostet nur die Hälfte. Erst mit langem, störungsfreiem Betrieb kommen nach Einschätzung von Experten die niedrigeren Brennstoffkosten zum Tragen. (wst)