Fortschritte beim Bau fliegender Roboterinsekten
Forscher in Ulm und London haben ein Modell erstellt, das das Verhalten von Libellen in der Luft nachahmt.
Eines Tages wollen Militärs und Sicherheitsbehörden klitzekleine fliegende Roboter einsetzen, die mit Kameras und Sensoren ausgestattet in gefährliche Regionen fliegen können, um als Spähtrupp zu dienen. Damit die Technik funktioniert, müssen die Mini-Flugobjekte die Navigation um Hindernisse herum beherrschen, kleinere Lasten tragen können und ausreichende Reichweitenfähigkeiten besitzen.
Eine Gruppe von Forschern glaubt nun, dass die Natur die geeignete Inspiration für eine solche (durchaus auch friedlich einsetzbare) Technologie sei: Libellen sollen als Vorbild für die fliegenden Roboter dienen. Die Insekten gehören zu den wenigen Kreaturen unseres Planeten, die vier unabhängig voneinander kontrollierte Flügel verwenden, um sich durch die Luft zu bewegen. Dadurch können sie schweben, enorm schnell beschleunigen, problemlos rückwärts fliegen und ihre Richtung mit hoher Geschwindigkeit verändern.
Wie ein solches Gerät zum Fliegen gebracht werden kann, ist technisch noch nicht ganz gelöst. Wissenschaftler am englischen Royal Veterinary College und der Universität Ulm haben nun eine Roboterlibelle entwickelt, an der zumindest die Luftströme ober- und unterhalb der Flügel gemessen werden können – jeweils angepasst an verschiedene Flügelstellungen. Dabei entdeckten sie im Versuch eine Schwebeart, mit der sich eine Energieersparnis von 22 Prozent im Vergleich zum Flug mit nur einem Flügelpaar ergab, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
"Der Hauptvorteil bei vier Flügeln ist die Manövrierfähigkeit, dass man so schweben und schnell beschleunigen kann", meint MIT-Professor Jonathan How, der selbst an fliegenden Robotern arbeitet. "Es wäre fantastisch, wenn es uns gelingen würde, etwas zu bauen, das nur annähernd an die Leistungsfähigkeit dieser Tiere herankommt."
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(bsc)