Bekommt Berlin ein Trabant-Museum?
Der Trabant aus DDR-Produktion ist schon längst eine der Attraktionen in Berlin. Nun soll der Trabant dort ein eigenes Museum bekommen – wenn es nach dem Willen privater Trabi-Freunde geht
Der Trabant aus DDR-Produktion ist schon längst eine der Attraktionen in Berlin. Täglich erkunden Touristen mit den Zweitaktern die Hauptstadt. Nun soll der Trabant dort ein eigenes Museum bekommen – wenn es nach dem Willen privater Trabi-Freunde geht. André Prager, Geschäftsführer der Berliner Vermietung „Trabi-Safari“ sagte als Initiator: „Das Museum soll die Geschichte erklären und zeigen, wie der Trabi im Alltag genutzt wurde.“ Zuvor hatte der Tagesspiegel über das Vorhaben berichtet.
Einen Standort gibt es noch nicht. Die Gespräche liefen, sagte Prager. Auf mindestens 500 Quadratmetern sollen nach seinen Worten etwa 18 bis 25 der Nostalgieobjekte ausgestellt werden – darunter auch ungewöhnliche Umbauten wie ein Trabi mit eingebautem Pool oder aufgestylt als Ferrari. Die Modelle seien teilweise bereits gesammelt.
Der Direktor des Berliner DDR-Museums, Robert Rückel, zeigte sich skeptisch. „Ich bin nicht sicher, ob es sinnvoll ist, zu so einem kleinen Thema ein eigenes Museum zu eröffnen.“ Es sei vor allem wichtig, eine solche Ausstellung auch wissenschaftlich zu erklären. Im DDR Museum in der Nähe des Alexanderplatzes können Besucher in einem Trabant eine virtuelle Rundfahrt unternehmen.
„Wie wollen kein verstaubtes Museum, sondern ein lustiges, peppiges Museum – passend zum Auto“, sagte Prager. Er will die Ausstellung vor allem für Kinder und Schüler anbieten. „Wir merken, dass die Leute teilweise gar nicht mehr wissen, was ein Trabant ist.“
Etwa 35.000 Besucher mieten laut Prager im vergangenen Jahr bei der Firma „Trabi-Safari“ einen Trabant 601 für eine Stadttour. Selbst die jüngsten Trabant-Modelle seien aber mittlerweile 23 Jahre alt. Er wisse nicht, wie lange diese noch fahren könnten. Auch deshalb sei es Zeit für ein Museum in Berlin, betonte Geschäftsführer Prager. (dpa) (mfz)