Daimler: CO2 soll neues Kältemittel in Klimaanlagen werden
Der Autobauer Daimler will den Streit mit der EU-Kommission um Kältemittel in Klimaanlagen lösen und baut auf einen Schulterschluss mit deutschen Konkurrenten. Die Stuttgarter wollten künftig auf Kohlendioxid (CO2) als sicheres und umweltschonendes Kühlmittel setzen
Der Autobauer Daimler will den Streit mit der EU-Kommission um Kältemittel in Klimaanlagen mit einer neuen Strategie lösen und baut auf einen Schulterschluss mit den deutschen Konkurrenten. Die Stuttgarter wollten künftig auf Kohlendioxid (CO2) als sicheres und umweltschonendes Kühlmittel setzen, teilte der Autobauer am Mittwoch auf Nachfrage der dpa mit. Daimler prescht aber ohne Rückdeckung der EU-Kommission voran, mit der die Stuttgarter wegen des Einsatzes eines alten Kältemittels im Clinch liegen.
(Bild: Daimler AG)
Kohlendioxid gilt bei vielen Experten als klimafreundlichste Option. Allerdings müssten heutige Klimaanlagen für den CO2-Einsatz umgerüstet werden, um die notwendigen höheren Druckverhältnissen zu erzeugen. Diese Herausforderung hält Daimler für beherrschbar. Auch VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hatte CO2 bereits als Kältemittel der Zukunft bezeichnet.
Daimler-Vorstand Thomas Weber sagte: „Es freut uns sehr, dass wir uns darauf verständigen konnten, diese nachhaltige und sichere Lösung gemeinsam mit Audi, BMW, Porsche und Volkswagen mit Einbindung des VDA voranzutreiben.“ Daimler geht mit seinem derzeitigen Boykott des neueren Kältemittels R1234yf ein hohes Risiko ein. Trotz einer Auflage der EU Kommission verwendet der Hersteller das alte Kältemittel R134a weiter. In letzter Konsequenz setzen die Stuttgarter damit sogar die Typgenehmigung ihrer neuen A- und B-Klasse aufs Spiel. Auch die neue Mercedes S-Klasse, die im Sommer startet, wäre betroffen.
Allerdings ist nur Daimler aktuell so stark von der EU-Regel betroffen. Denn sie gilt ausschließlich für Autos, die ihre Typgenehmigung nach dem 1. Januar 2011 erhalten haben. Die meisten deutschen und auch viele internationale Hersteller haben ihre aktuellen Baureihen aber mit älteren Zulassungen auf den Markt gebracht und müssten die EU-Norm erst von 2017 an erfüllen. Bis dahin können sie das alte Kältemittel verwenden, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Doch damit ist das Problem nur in die Zukunft verschoben, denn irgendwann in den nächsten Jahren müssen schließlich auch die Nachfolger homologiert werden. (dpa) (mfz)