Chorknabe

Die chinesische Marke Qoros will den europäischen Marken auf Anhieb auf Augenhöhe begegnen. Das ist ein tapferes Ziel angesichte sinkender bis wegbrechender Verkäufe in Europa. Auf dem Genfer Autosalon war der Qoros 3 mit Stufenheck erstmals zu befühlen

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Qoros 3 im Erstcheck
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Genf (Schweiz), 09. Februar 2013 – Die chinesische Marke Qoros will den europäischen Marken auf Anhieb auf Augenhöhe begegnen. Das ist ein tapferes Ziel angesichts sinkender bis wegbrechender Verkäufe in Europa. Auf dem Genfer Autosalon war der Qoros 3 mit Stufenheck erstmals zu befühlen.

Abgesehen von der etwas zu dick aufgetragenen Chromblende an der Front überzeugt die schlichte Karosserie. Dafür verantwortlich ist der Designer Gert Volker Hildebrand, der als Gestalter von Mini Coupé und Cabrio durchaus einige Erfahrung im "dick auftragen" vorweisen kann. Aber nicht nur: Er zeichnete einst auch Golf III und Seat Leon. Die Heckpartie des Qoros wirkt sachlich-schlicht, die Rückleuchten erinnern ein wenig an VW-Modelle. Das ist sicher so gewollt, denn in China, wo der Qoros 3 zunächst verkauft wird, sind die Kunden auf den dortigen Marktführer unter den Europäern geradezu geeicht und mögen europäische Zitate bei der Optik.

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Qoros 3 im Erstcheck

Abgesehen von der etwas zu dick aufgetragenen Chromblende an der Front überzeugt die Karosserie. Dafür verantwortlich ist der Designer Gert Volker Hildebrand, der als Gestalter von Mini Coupé und Cabrio durchaus einige Erfahrung im "dick auftragen" vorweisen kann. Aber nicht nur: Er zeichnete einst auch Golf III und Seat Leon.

Der serienmäßig lederbezogene Fahrersitz ist bequem gepolstert und verspricht guten Seitenhalt, könnte aber etwas mehr Beinauflage vertragen. Trotz Schiebedach bleibt auch mit 1,88 Meter Körpergröße genügend Kopffreiheit. Die klar gezeichneten Instrumente mit Display in der Mitte sind schlicht und zweckmäßig. Bemerkenswert ist die Eco-Anzeige im Drehzahlmesser. Der eher grob entgratete Rahmen um das Display könnte ein Hinweis darauf sein, dass wir noch in einem Vorserienfahrzeug sitzen. In der Serie dürfte so etwas bei uns pingeligen Europäern zumindest Argwohn erwecken. Die Schalter auf dem Lenkrad wirken vertraut aus dem neuen Golf, immerhin ist im Qoros aber die Bedienung einfacher. Wie Fremdkörper wirken die klobigen Lenkradhebel. Ob die frappierende Ähnlichkeit der Fensterhebereinheit zu denen von Volkswagen nur durch die europäischen Zulieferer, darunter Magna Steyr, Continental und Bosch bestimmt ist? Wir denken, so sollen vor allem Experimente vermieden werden. Die Nähe der Gestaltung zu VW-Modellen klingt überall durch, ist aber auch in der Firmenleitung stets präsent: Konzernchef Volker Steinwascher hat sein Handwerk bei Volkswagen gelernt.

Chemisch riecht es nicht, billig auch nicht. Insgesamt ist der erste Eindruck des Interieurs gut, in einigen Details könnte die Qualität aber noch verbessert werden. Die Anmutung der Kunststoffe ist in etwa auf Toyota-Niveau, kommt aber nicht ganz an VW heran. Das belederte, unten abgeflachte Lenkrad liegt gut in der Hand und sieht sportlicher aus als angemessen: Der Qoros kommt mit maximal 156 PS aus 1,6 Litern Hubraum und Frontantrieb bestimmt nicht dynamischer voran als unbedingt nötig.