"IT-Fitness": Deutsche Bahn erweitert Ausbildungsprogramm
Die Initiative IT-Fitness hatte vor anderthalb Jahren Microsoft-GrĂĽnder Bill Gates ins Leben gerufen. Erste groĂźe Projekte hat es inzwischen in der Automobil- und Zulieferindustrie gegeben.
Die Deutsche Bahn wird für ihre Auszubildenden künftig ein Trainingsprogramm für den Umgang mit dem Computer der Initiative "IT-Fitness" in den festen Lernbestand aufnehmen. "IT ist heute zur vierten Wissenskultur geworden", sagte Norbert Hansen, ehemaliger Chef der Bahn-Gewerkschaft Transnet und nun Personalvorstand der Deutschen Bahn AG. Für nahezu alle Berufe sei der Umgang mit dem Computer heute notwendige Voraussetzung. "Bei der Bahn geht es ohne IT gar nicht mehr." Doch auch heute verfügten noch immer nicht alle Berufsanfänger über einen eigenen PC zu Hause.
Auf einer Veranstaltung im Simulationszentrum der Deutschen Bahn in Hamburg erhielt die Initiative am Montag die Unterstützung von Bundesarbeitsminiter Olaf Scholz (SPD). "Nur mit gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern können sich Unternehmen entwickeln", sagte Scholz. Die über die Initiative vermittelten Kenntnisse seien "Schlüsselqualifikationen, die heute einfach dazugehören".
Die Initiative IT-Fitness hatte vor anderthalb Jahren Microsoft-Gründer Bill Gates ins Leben gerufen. Sie wird unter anderem von der Bundesagentur für Arbeit, dem Branchenverband Bitkom und dem Netzwerk-Spezialisten Cisco sowie der Deutschen Bahn und dem Softwareunternehmen Microsoft unterstützt. Erste große Projekte hat es inzwischen in der Automobil- und Zulieferindustrie gegeben. Bislang hätten 700.000 Jugendliche an dem Programm teilgenommen, bis 2010 sollen es vier Millionen Menschen in Deutschland sein, sagte Achim Berg, Deutschland-Chef von Microsoft.
Zum Programm der Initiative gehören individuelle Trainingsprogramme sowie ein Online-Test, der nun auch den Mitarbeitern der Deutschen Bahn zur Verfügung steht. Viele Jugendliche hätten zwar heute Computerkenntnisse, diese beschränkten sich aber nicht selten auf den Umgang mit dem Internet und auf Computerspiele, sagte Berg. Wie die Deutsche Bahn ermittelt hat, sind für die Mehrheit der Jugendlichen wichtige Nutzungswerkzeuge ein Problem: 63 Prozent hätten bei der Verarbeitung von Texten Schwierigkeiten, 69 Prozent hadern mit Tabellen und 40 Prozent sind mit dem Internet nicht vertraut. (dpa) / (jk)