BeOS 5 Pro demnächst auch auf Deutsch
Die Pro-Edition von BeOS 5 kommt auch in Deutsch auf den Markt; die weitere Zukunft des Systems ist aber nicht so recht absehbar.
Das kalifornische Softwarehaus Be wird die Pro-Edition seines Betriebssystems BeOS 5 auch in Deutsch auf den Markt bringen und hierzulande ab Juni über Koch Media vertreiben. Die professionelle Version von BeOS unterscheidet sich von der aus dem Netz ladbaren kostenlosen Version durch beiliegende kommerzielle Software wie den Web-Browser Opera und den RealPlayer G2. Im Lieferumfang des 169 Mark teuren Pakets ist außerdem ein 300-seitiges deutsches Handbuch enthalten. Ein Update kommt Besitzer älterer BeOS-Versionen mit 99 Mark zu stehen.
Koch Media will BeOS-Pro-Anwender mit einer kostenlosen Telefon-Hotline unterstĂĽtzen und plant nach Aussage seines Pressesprechers Alexander Vesely auch die Einrichtung eines WWW-Anwenderforums. Die Webseiten mit den BeOS-Herstellerangaben hat Koch schon auf Deutsch ins Netz gestellt.
So engagiert der Vertrieb für BeOS auch auftritt – Zweifel über die Zukunft seines Produkts schürt der Hersteller selbst. Be-Manager Lamar Potts ließ sich mit der überraschenden Meldung zitieren, BeOS werde wohl noch ein paar Mal aktualisiert werden, um dann ganz in BeIA aufzugehen. Damit ist Bes neues Betriebssystem für so genannte Internet Appliances gemeint, das der Hersteller im Gegensatz zu BeOS ausschließlich an zahlende Kunden vertreibt. Diese Äußerung bestätigt Verunsicherungen, die c't schon bei Produzenten von Be-Anwendersoftware vorgefunden hatte und dürfte die Marktchancen des Systems eher behindern. Be-Vizepräsident Jean Calmon beeilte sich daher auch, den langsamen Abschied von BeOS gegenüber c't zu relativieren. BeOS sei nichts anderes als BeIA für PCs – deshalb komme jede Entwicklung für BeIA auch dem BeOS zugute. Außerdem unterstütze man die Anwendungsprogrammierer, indem man für große Teile der BeOS-Oberfläche den Sourcecode offengelegt habe. Er räumte ein, dass das keine Hilfe für die Hersteller von Hardwaretreibern sei, aber weitere Interna könne man nicht offenlegen, weil man sich damit das Geschäft für BeIA kaputtmachen würde. (hps)