Volvos neuer Schwung

Volvos neuer Schwung? Nein, nicht die guten Aufragseingänge. Volvo meldet, man habe in einer umfangreichen Testreihe 2012 festgestellt, dass Schwungrad-Speicher eine kostengünstige, leichte und umweltfreundliche Methode zur Verbrauchsreduzierung im Straßenverkehr bringen könne

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Köln, 25. April 2013 – Während es doch immer mal wieder heißt, man könne den ganzen F1-Zirkus zwecks Energiesparens dichtmachen, weil der Technik-Transfer vom Rennsport eh nur ein Scheinargument ist, meldet Volvo, man habe in einer umfangreichen Testreihe 2012 festgestellt, dass Schwungrad-Speicher eine kostengünstige, leichte und umweltfreundliche Methode zur Verbrauchsreduzierung im Straßenverkehr sein können.

Schwungradspeicher? In einer Sonderform des KERS (Kinetic Energy Recovery System), wie es seit 2009 in der Formel 1 eingesetzt wird, kann beim Bremsvorgang ein Schwungrad auf bis zu 64.000/min beschleunigt werden, um die gespeicherte Energie später nutzen zu können. Die Volvo-Leute benutzen dazu ein stufenloses Getriebe. Sie schreiben: "Sobald das Fahrzeug wieder anfährt oder beschleunigt, leitet das rotierende Schwungrad die gespeicherte Energie auf die Hinterräder. Der Verbrennungsmotor, der seine Kraft an die Vorderräder überträgt, wird während des Bremsvorgangs abgeschaltet."

Volvos neuer Schwung (6 Bilder)

Volvos KERS sieht einfach schön aus. So, wie es sich darstellt, können Speicher und Getriebe nur im Kofferraum Platz gefunden haben. Für den Serieneinsatz würde das wohl noch geändert werden.

(Bild: Volvo)

"Kombiniert mit einem Turbo-Vierzylinder, kann die Schwungrad-Technik den Kraftstoffverbrauch um bis zu 25 Prozent gegenüber einem vergleichbaren Sechszylinder-Turbomotor senken", erklärt Derek Crabb, Vice President Powertrain Engineering bei der Volvo Car Group. "Durch die kurzzeitige Bereitstellung von 80 zusätzlichen PS beschleunigt der Vierzylinder zudem ebenso gut wie ein Sechszylinder. Die Energie des Schwungrads treibt das Fahrzeug für kurze Zeit allein an. Dies hat maßgeblichen Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch. Nach unseren Berechnungen wäre der Verbrennungsmotor im Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) die Hälfte der Zeit abgeschaltet", erläutert Crabb.