Yahoo: Alles neu macht der Herbst

Auf der Hauptversammlung ihres Unternehmens hat CEO Carol Bartz ein neues Erscheinungsbild für Yahoo-Dienste angekündigt. Außerdem arbeitet Yahoo laut Medienberichten daran, sein Image zu überarbeiten.

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Der Internetdienstleister Yahoo will voraussichtlich im kommenden Herbst wichtige Angebote wie seine Hauptseite und seinen E-Mail-Dienst in einem neuen Gewand zeigen. Das sagte CEO Carol Bartz auf der gestrigen Hauptversammlung des Unternehmens. Die neuen Angebote würden derzeit getestet, außerdem halte Yahoo Ausschau nach Produkten und Bereichen, die geschlossen, überarbeitet oder ausgelagert werden könnten, berichtet das Wall Street Journal. Diese Pläne, die auch der Kostendämpfung dienen sollen, hatte Yahoo schon länger verfolgt, aber im März aufgeschoben.

Die Journalistin Kara Swisher schreibt im Weblog All Things Digital des Wall Street Journal, Yahoo sei dabei, seine Marke und sein Image grundlegend zu überholen. Marketing-Chefin Elisa Steele, die dem Unternehmen seit März angehört, habe dazu die Markenberatungsfirma Landor Associates und einen ehemaligen Manager der Werbeagentur Young & Rubicam beauftragt.

Neue Nachrichten zum Verhältnis zu Microsoft bekamen die Aktionäre gestern nicht zu hören. Bartz sagte auf ihrer ersten Hauptversamlung als CEO, sie habe zu einem möglichen Geschäft mit Microsoft nichts zu sagen, solange es nicht zu Vereinbarungen gekommen ist, und bat die Investoren um Geduld. Im Mai hatte Bartz sich noch für eine Partnerschaft bereit gezeigt. Microsoft-Chef Steve Ballmer hatte laut Wall Street Journal diese Woche auf einer Konferenz in Frankreich erneut gesagt, sein Unternehmen sei weiterhin für eine Partnerschaft mit Yahoo offen.

Auf der Hauptversammlung kamen auch Menschenrechtsaktivisten zu Wort, die von Yahoo mehr Einsatz in Ländern wie China verlangten. Bartz antwortete, Yahoo setze sich sehr für Menschenrechte ein, das Unternehmen sei aber nicht dafür geschaffen, die Probleme in China zu beseitigen. Der Internetdienstleister war vor knapp vier Jahren in die Kritik geraten, nachdem bekannt geworden war, dass er der chinesischen Polizei bei der Ergreifung eines Dissidenten Shi Tao geholfen hatte. Mit der Angelegenheit beschäftigte sich auch ein Ausschuss des US-Parlaments. (anw)