Großprojekt für Algenbiosprit abgebrochen

300 Millionen Dollar wollte der Ölriese ExxonMobil in ein großangelegtes Projekt investieren, um billigen Treibstoff aus Biomasse zu produzieren. Nun wird es teilweise eingedampft.

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Vor vier Jahren hatte der US-Energiegigant ExxonMobil angekündigt, bis zu 300 Millionen Dollar in die Firma Synthetic Genomics des Biotechnikpioniers Craig Venter zu investieren, um aus Algen neuartige Biotreibstoffe zu entwickeln. Doch dieses Projekt ist mittlerweile ins Stocken geraten, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Die Idee hinter dem Projekt war es, eine große Anzahl verschiedener Algenstämme zu untersuchen, um diejenigen zu finden, die Biosprit wirtschaftlich genug erzeugen könnten – oder sich zumindest leicht mit konventionellen Ansätzen entsprechend verändern lassen. Dabei sollten nur geringe Anpassungen des genetischen Materials notwendig sein. Ein Jahr nach dem Start des Programms gaben die Partner bekannt, eine Gewächshausanlage zum Test der Algen in großem Maßstab zu eröffnen.

Doch der Code für billigen Biosprit wurde nicht geknackt. Stattdessen verständigten sich die Firmen nun auf einen neuen Vertrag, mit dem ExxonMobil die Experten von Synthetic Genomics zunächst zurück ins Labor schickt. Die Firma soll mehr Grundlagenforschung betreiben. Der Fokus wird sich nun – wie der Name des Unternehmens schon sagt – auf synthetische Genomik konzentrieren, eine relativ neue Wissenschaftsdisziplin, bei der Hauptziel ist, vergleichsweise große Veränderungen im Genom vorzunehmen oder sogar ganz neues Erbgut zu erzeugen. Grundsätzlich bleibe es aber beim Hauptvorhaben: "Wir wollen Stämme entwickeln, die sich schnell fortpflanzen, einen großen Lipidanteil besitzen und problemlos mit den für die Produktion notwendigen Umweltbedingungen zurecht kommen", so die Partner.

Doch auch wenn es aussieht, als würde das Projekt von ExxonMobil eingedampft, weil es die Forscher zurück an die Laborbank schickt – Synthetic Genomics selbst will in seinen Treibhäusern parallel allein weiter machen. Unbekannt ist zudem, wie viel der ursprünglich geplanten 300 Millionen Dollar von ExxonMobil tatsächlich kamen. Die Zahlungen waren an gewisse Meilensteine geknüpft. Wie teuer das neue Projekt mit ExxonMobil wird, will Synthetic Genomics ebenfalls nicht verraten.

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(bsc)