Hinten ein König

Es soll tatsächlich Leute geben, die sich lieber in einem Porsche fahren lassen anstatt selbst zu fahren. Damit die es sich im Fond richtig bequem machen können, gibt es den Panamera jetzt auch als Langversion

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Von
  • Matthias Nauman
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München, 24. Juni 2013 – Dass Autohersteller sich auf die Besonderheiten neuer Absatzmärke einstellen müssen, ist keine bahnbrechende Neuigkeit. Auf asiatischen Märkten, insbesondere in China, haben Marken wie BMW, Mercedes und Porsche zwar einen ähnlich gutes Image wie hierzulande, doch die Vorlieben unterscheiden sich erheblich. Chinesische Autokäufer lieben Prunk, zu sehen an reichlich Chrom, und Chauffeurs-Limousinen. Nicht ohne Grund bietet BMW den 3er mit langem Radstand nur im Reich der Mitte an. Auch Porsche erweitert mit dem Facelift sein Panamera-Programm um eine Streck-Version – wir sind sie schon gefahren.

Stattliche 25.466 Euro Aufschlag für den Panamera 4S und 17.374 Euro für den Turbo berechnen die Schwaben für ihre zunächst zwei Executive-Modelle, wie die Langfassungen genannt werden. Dafür gibt‘s eine im Bereich der Fondtüren um 15 Zentimeter verlängerte Karosserie und zwölf Zentimeter mehr Fußraum für die hinteren beiden Passagiere. Deren stets elektrisch einstell-, beheiz- und belüftbaren Sessel sind von der Hinterachse aus betrachtet zudem drei Zentimeter nach vorne gewandert, das erleichtert den Einstieg. Das Resultat sind fürstliche Platzverhältnisse, mit denen sich der Panamera Executive nicht vor der Langversion der S-Klasse zu verstecken braucht. Die erweiterte Serienausstattung samt Vierzonen-Klimaautomatik, Lederausstattung, Glasschiebedach und Türen mit Zu-zieh-Automatik dient ebenfalls dem Wohlbefinden der Insassen.

Hinten ein König (30 Bilder)

Der Porsche Panamera geht nach vier Jahren geliftet an den Start.

Natürlich gibt es den überarbeiteten Panamera auch weiterhin in den gewohnten Abmessungen – mit 5,02 Meter Länge kaum als Kurzversion zu bezeichnen. Zu den optischen Retuschen gehören eine veränderte Frontschürze mit vergrößerten Lufteinlässen, unten angeschrägte Scheinwerfer und Rückleuchten mit neuer Grafik. Das hintere Nummernschild ist weiter nach unten gerutscht, dazu kommt eine andere Kofferraumklappe. Trotz größerer Heckscheibe ist der Panamera leider nicht übersichtlicher geworden.

Mit dem Panamera S E-Hybrid bietet Porsche nun auch einen Plug-in-Hybrid an. Doch auch bei den konventionellen Antrieben hat sich jede Menge getan. Alle Motoren sind im NEFZ sparsamer geworden, abgesehen vom 250-PS-Diesel haben sie auch an Leistung zugelegt. Im Panamera S und dem Allradmodell 4S verdrängt ein neuer 3,0-Liter-V6-Biturbo den bisherigen 4,8-Liter-V8-Sauger. Die Leistung steigt von 400 auf 420 PS, das Drehmoment von 500 auf 520 Nm, gleichzeitig sinkt der Verbrauch im NEFZ um bis zu 18 Prozent, verspricht Porsche.