Ruß im Kreislauf
Die Pyrolyx AG hat sich nach eigener Angabe ein neues Verfahren zur Rückgewinnung von Industrieruß aus Reifen ausgedacht. Das Verfahren hat laut Pyrolyx das Potenzial, Reifen erstmals stofflich zu recyclen und damit Millionen Tonnen Erdöl zu sparen
München, 27. Juni 2013 – Die Pyrolyx AG hat nach eigener Angabe ein neues Verfahren zur Rückgewinnung von Industrieruß aus Reifen entwickelt. Das Verfahren hat laut Pyrolyx das Potenzial, Reifen erstmals stofflich zu recyclen und damit Millionen Tonnen Erdöl zu sparen. Der auch Carbon Black genannte Ruß wird hauptsächlich als Füll- und Verstärkungsmaterial bei der Herstellung von Reifen verwendet und bestimmt dessen Fahreigenschaften entscheidend mit.
Nach erfolgreichen Produktionstests haben internationale Reifenhersteller die Qualität des wiedergewonnenen Carbon Black bestätigt. Für Pyrolyx ist das ein bedeutender Schritt in Richtung Kommerzialisierung. Doch auch für die Autohersteller sei das Verfahren interessant: In Europa müssen sie seit 2008 eine Recyclingquote von 80 Prozent des Materialgewichts eines Neufahrzeugs nachweisen. Fünf Prozent der Materialien dürfen thermisch verwertet werden, wie bei Reifen vorwiegend (noch) der Fall. Ab 2015 werden die Quoten auf 85 bzw. zehn Prozent erhöht. Bei einem Gewichtsanteil an einem Fahrzeug von zwei bis drei Prozent könne die stoffliche Verwertung von Altreifen die Recyclingquote signifikant steigern.
Ruß im Kreislauf (6 Bilder)

(Bild: Tire Recycling Equipment Solutions for Profit and Planet)
Millionen Tonnen Erdöl für den Charakter der Reifen
Über 20 Millionen Tonnen Erdöl werden jährlich für die Herstellung von Ruß verbraucht. Erzeugt wird er durch die gezielte unvollständige Verbrennung oder Pyrolyse von Kohlenwasserstoffen. Zu über 90 Prozent wird der Ruß als Füllstoff in der Gummiindustrie verwendet, hauptsächlich in Autoreifen. In ihnen werden verschiedene Rußarten gezielt zur Steuerung entscheidender Parameter wie Rollwiderstand, Nassgrip und Abrieb eingesetzt.