RasemÀher

Obwohl die GĂ€rten nicht grĂ¶ĂŸer werden, wird immer öfter zum Rasentraktor gegriffen. Inzwischen gibt es sogar eigene Rennserien. Der wahrscheinlich durchgeknallteste MĂ€her kommt aber aus England und trĂ€gt den Namen "Mean Mower", frei ĂŒbersetzt "fieser MĂ€her"

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London (Großbritannien), 19. Juli 2013 – Die GĂ€rten werden zwar nicht grĂ¶ĂŸer, aber die Besitzer Ă€lter. Außerdem kann sich nicht mehr jeder das nötige Personal leisten und so kommen immer öfter AufsitzmĂ€her zum Einsatz. Weil RasenmĂ€hen möglicherweise noch langweiliger ist als Berufsverkehr, gibt es dafĂŒr inzwischen eigene Rennserien. Der wahrscheinlich schnellste MĂ€her (genau weiß man es nicht) kommt aus England und trĂ€gt den Namen "Mean Mower", frei ĂŒbersetzt "fieser MĂ€her".

Die Idee kann ja fast nur aus England kommen. Der Kult um den Rasen ist hier genauso lebendig wie eine zur SkurrilitĂ€t neigende ExzentrizitĂ€t und der bisweilen fatale Hang zu Wetten und Rennen. Aber vielleicht ist der Englische Rasen ja bereits das Produkt der etwas schrĂ€gen Geisteshaltung ..? Wie dem auch sei, der heiße HF2620 entstand in Teamarbeit von Honda UK und dem Team Dynamics, das mit Honda-Rennautos die britische Tourenwagen-Meisterschaft BTCC gewonnen hat. Der Auftrag fĂŒr Team Dynamics: Baut einen Rasentraktor, der extrem schnell ist, aber trotzdem noch mĂ€hen kann. Heraus kam ein Mini-Monster: 209 km/h Spitze, in vier Sekunden von null auf 96 km/h. Und das Ganze bei brĂŒllenden 130 Dezibel, so laut wie ein DĂŒsenjĂ€ger beim Start.

RasemÀher (9 Bilder)

2,40 Meter geballter Wahnsinn: Honda baut den schnellsten RasenmÀher der Welt.

Praktischerweise hat Honda nicht nur RasenmĂ€her im Programm, sondern auch MotorrĂ€der und Quads. Als Basis des RekordmĂ€hers diente ein Rasentraktor vom Typ HF2620, der ein völlig neues Chassis bekam. Dort hinein wurde die 1000-Kubik-Maschine mit 110 PS aus einer Honda VTR Firestorm verpflanzt, hinzu kamen AufhĂ€ngung und RĂ€der eines Quads. Bis hierhin klingt der Umbau nicht schwierig, doch die Vorgabe lautete, den originalen Look beizubehalten. Daher entstand das MĂ€hgehĂ€use aus leichtem Fiberglas. Der GrasauffangbehĂ€lter wurde zum Heim fĂŒr den 15-Liter-Tank, einen Hochleistungs-ÖlkĂŒhler und einen zweiten WasserkĂŒhler.

Rasen mĂ€hen lĂ€sst sich mit dem aufgemöbelten MĂ€her dennoch: Zwei Elektromotoren betĂ€tigen ein drei Millimeter dickes Scherblatt mit 4000/min. Auf Gras ist der 2,40 Meter lange Trecker 24 km/h schnell und damit doppelt so fix wie das Original. Geschaltet wird per Paddles am Lenkrad, sechs GĂ€nge stehen zur VerfĂŒgung. Die Lenkung stammt aus einem Morris Minor, hinzu kommt ein Cobra-Sportsitz und ein Abgassystem der Firma Scorpion.

Wer den Super-MĂ€her voll ausreizen möchte, sollte keine Angst und eine gute Lebensversicherung haben. Das 140 Kilogramm schwere GerĂ€t hat 96 Nm Drehmoment und ein Leistungsgewicht von 540 PS pro Tonne. Damit mĂŒsste der rasende RasenmĂ€her 209 km/h beziehungsweise 130 Meilen pro Stunde erreichen. Ausgereizt wurde das noch nicht, aber auf einem Rundkurs lagen bereits 160 km/h an. Dabei brĂŒllt der Motor mit besagten 130 Dezibel, doch auch im Leerlauf ist es nicht viel besser: 98 Dezibel entsprechen dem LĂ€rm eines Presslufthammers. (fpi)