EA verlängert Angebot für Take-Two und stellt Bedingungen

Eletronic Arts möchte weiter die Take-Two-Aktionäre davon überzeugen, das Übernahmeangebot für den Grand-Theft-Auto-Publisher zu übernehmen. Die vom Take-Two-Management bereitgestellte "Giftpille" will EA aber nicht schlucken.

vorlesen Druckansicht 14 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Jürgen Kuri

Spiele-Publisher Take-Two Interactive wehrt sich ja heftig gegen die feindlichen Übernahmeversuche durch Electronic Arts – EA aber möchte weiter die Aktionäre davon überzeugen, das Übernahmeangebot anzunehmen, obwohl der Take-Two-Aufsichtsrat empfahl, nicht darauf einzugehen. Ganz unbeeindruckt zeigt sich EA von den Abwehrversuchen nicht: Einerseits verlängerte der Konzern die Frist, innerhalb derer die Take-Two-Aktionäre auf die EA-Offerte zur Übernahme ihrer Aktien eingehen können. Andererseits verlangt EA aber auch, dass das Take-Two-Management die sogenannte Giftpille, um eine Übernahme zu erschweren, wieder im Giftschrank verschwinden lässt oder zumindest für eine Übernahme durch EA neutralisiert.

EA hatte im Februar zwei Milliarden US-Dollar für den Publisher der beliebten "Grand Theft Auto"-Reihe (GTA) geboten. Nachdem das Take-Two-Management die Offerte zurückgewiesen hatte, richtete EA das Angebot direkt an die Anleger. Als Maßnahme, die eine Übernahme für den Interessenten verteuern oder anderweitig erschweren soll (eben die "poison pill"), plant Take-Two die Ausgabe neuer Vorzugsaktien, sollte ein Anleger seinen Anteil auf über 20 Prozent der Aktien ausbauen.

Diese Giftpille gilt für 180 Tage und soll Take-Two die nötige Zeit verschaffen, "alle strategischen Optionen" zu prüfen. EA fordert nun, dass diese Festlegung zurückgenommen wird oder zumindest für eine EA-Übernahme von Take-Two keine Gültigkeit besitzt. Ursprünglich sollten die Anleger zudem bis zum 11. April Zeit haben, über das Angebot von EA nachzudenken und es eventuell anzunehmen. Diesen Termin hat EA nun auf den 18. April verschoben. EA betonte, man halte das Angebot von 26 US-Dollar pro Take-Two-Aktie weiterhin für fair und angemessen; ein Zusammenschluss von EA und Take-Two sei für alle Beteiligten die strategisch und geschäftlich ansprechendste Lösung.

Take-Two selbst hatte diese Woche erklärt, man werde nach der Veröffentlichung von "Grand Theft Auto IV" Alternativen ausloten, um den Wert der Firma für die Anteilseigner zu erhöhen. Dies könne neben weiteren strategischen Alternativen auch den Zusammenschluss mit EA oder anderen Firmen, aber auch die weitere Unabhängigkeit umfassen. (jk)