Opel: Getriebefertigung in Bochum endet im September
Die Getriebefertigung im Opel-Werk Bochum mit 275 Beschäftigten wird bereits Ende September eingestellt. Die weltweit benötigte Produktionsmenge werde das Werk dann voraussichtlich erreicht haben, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Bochum mit
Die Getriebefertigung im Opel-Werk Bochum mit 275 Beschäftigten wird bereits Ende September eingestellt. Die weltweit benötigte Produktionsmenge werde das Werk dann voraussichtlich erreicht haben, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Bochum mit. Danach würden noch umfangreiche Vorbereitungen getroffen, um alle Getriebe an die Kunden auszuliefern und die Getriebefertigung wie angekündigt bis zum Jahresende zu schließen. In der vorzeitigen Stilllegung der Getriebeproduktion sieht der Betriebsrat einen Verstoß gegen laufende Verträge. In einem Gespräch mit der Tageszeitung Junge Welt kündigte der Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel an, gegen das Vorgehen des Managements Klage einzureichen. Die Zusage aus dem Tarifvertrag, die Getriebefertigung längerfristig zu erhalten, habe das Unternehmen niemals einhalten können und wollen, sagte er dem Blatt (Donnerstagsausgabe).
(Bild: Opel)
Wie Opel weiter mitteilte, sollen die Verhandlungen mit den Belegschaftsvertretern unabhängig von den jetzigen Plänen fortgesetzt werden. Opel hatte dem Betriebsrat nach dem Ende der Werksferien die Produktionsplanung für das zweite Halbjahr vorgestellt. Danach soll sich unter anderem die Fahrzeugproduktion leicht erhöhen. Ende kommenden Jahres ist die Schließung der Autofertigung in Bochum vorgesehen. Der Bochumer Betriebsrat hatte bereits gegen die angekündigte Verlagerung der Zafira-Produktion aus dem Ruhrgebiet nach Rüsselsheim geklagt. Einenkel wirft dem Autobauer vor, den gesamten Aufsichtsrat nicht korrekt über seine Pläne informiert zu haben. Opel hat in Bochum derzeit noch rund 3000 Beschäftigte. Die Bochumer Opel-Beschäftigten hatten im Frühjahr als einzige den Sanierungstarifvertrag des Unternehmens abgelehnt. Dieser sah unter anderem vor, dass in Bochum noch bis Ende 2016 Autos gebaut werden. Zudem sollten Jobs etwa im Warenverteilzentrum erhalten bleiben und eine neue Komponentenfertigung am Standort angesiedelt werden.
Zeitgleich gab es aber auch gute Nachrichten von Opel. Man habe den seit Jahren anhaltenden Trend sinkender Marktanteile in Europa nach Einschätzung von Unternehmenschef Karl-Thomas Neumann gestoppt. „Es ist uns in der ersten Jahreshälfte gelungen, als einzige der Top-Five-Marken unseren Marktanteil zu stabilisieren“, sagte Neumann. In Deutschland lag der Marktanteil in den ersten sieben Monaten bei 7,1 Prozent nach 7,2 Prozent im Vorjahreszeitraum. Insgesamt erwartet Neumann eine leicht positive Marktentwicklung in Europa, von der Opel profitieren werde: „Wir wollen beim Marktanteil besser abschneiden als im vergangenen Jahr.“ Gleichzeitig hält Neumann an dem Ziel fest, bis 2016 wieder Gewinne einzufahren. (dpa) (mfz)