CMO stoppt Bau einer LCD-Fab für Riesensubstrate

Der taiwanische LCD-Spezialist CMO verschiebt die Fertigstellung seiner aktuellen Panelfabrik für TV-Displays um zunächst ein Jahr und schickt Arbeiter in den Urlaub.

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LCD-Hersteller Chi Mei (CMO) hat den Weiterbau seiner Panelfabrik der Generation 8,5 vorerst gestoppt. Damit entschleunigt nach Sony ein weiterer großer Displayhersteller den Bau von Produktionsstätten für große TV-Panels. Da der Bedarf an LCD-Fläche in absehbarer Zeit nicht signifikant anziehen wird, stellt sich die Frage, ob und wie die in den neuen Fabs in rauen Mengen gefertigten Panels überhaupt am Markt verkauft werden können.

Im vergangenen Jahr hatte das taiwanische Unternehmen begonnen, die Fabrikhallen mit Produktionsanlagen auszustatten. Im ersten Schritt sollten dort zunächst 30.000 Glassubstrate mit einer Größe von 2,20 m × 2,50 m verarbeitet werden. Die Serienproduktion sollte dann im dritten Quartal 2009 anlaufen. Nun scheint der erste Produktionsschritt um ein Jahr verschoben und der Zeitpunkt der endgültigen Vollproduktion gänzlich offen.

Wie der Branchendienst Digitimes berichtet, will der weltweit viertgrößte Panelhersteller den Ausbau der 8,5-G-Fab flexibel den Marktgegebenheiten anpassen. Die für den Bau zuständigen Teammitglieder seien entweder in ihre vormaligen Positionen zurückgekehrt oder in andere Abteilungen versetzt worden. Vergangene Woche waren Gerüchte laut geworden, nach denen CMO das Produktionsequipment bereits an den OEM-Spezialisten Innolux verkaufe. Diese wurden allerdings vom Panelhersteller ins Reich der Legenden verwiesen.

Im Januar konnte der taiwanische Konzern leichte Zuwächse bei den Panelverkäufen verzeichnen. Der Umsatz stieg auf 331,77 Millionen US-Dollar, ein Plus von gut 5,6 Prozent gegenüber Dezember. Im Jahresvergleich gab er aber deutlich um 60 Prozent nach – unter anderem, weil der mittlere Preis für große Panels ab 10 Zoll Diagonale allein im vierten Quartal um 28 Prozent eingebrochen ist. CMO lieferte im Januar 3,4 Millionen große LCD-Panels und 5,6 Millionen kleine und mittlere Panels aus. Gegenüber Dezember waren dies 9,5 Prozent respektive 75 Prozent mehr LCDs, jedoch 25 Prozent (große LCDs) beziehungsweise knapp 34 Prozent weniger Displays als im Januar 2008.

Um die Verluste zu minimieren, können die taiwanischen LCD-Hersteller CMO und AU Optronics ihre Angestellten in den unbezahlten Zwangsurlaub schicken. Beim weltweit drittgrößten Panelproduzenten AUO greift dieses Verfahren bereits: Nach Chinese New Year konnten etliche Arbeiter zu Hause bleiben. Die Ferien würden der Auftragslage angepasst, erklärte der Hersteller. Bei CMO sind nach eigenen Angaben ebenfalls ein Teil der 17.000 Angestellten in Taiwan unbezahlt urläubig. Angesichts der Auftragslage könne man die Urlaubsverordnung noch nicht komplett aufheben. (uk)