EMC legt nach: VNX II, ViPR und ein Webshop
Ein konkreter Verkaufsstarttermin für die Virtualisierungsplattform ViPR, neue verbesserte VNX-Systeme und ein eigener Onlineshop für deren Vermarktung sollen EMCs Wachstum in den kommenden Monaten und Jahren anfeuern – und die Partner sollen mitziehen.
Mit der Geschäftsentwicklung im Verlauf des ersten Halbjahres sind die Verantwortlichen bei EMC Deutschland rundum zufrieden. "Wir liegen heute schon zu 100 Prozent im Plan. Daher bin ich für die verbleibenden Monate absolut zuversichtlich", verrät Ingo Gehrke, Director Sales Midmarket, SMB & Public bei EMC, am Rande des diesjährigen Kunden- und Partnerforums im Gespräch mit heise resale. Die Wachstumsvorgabe für die hiesige Landesgesellschaft des Storage-Spezialisten lag bei fast 30 Prozent. Ein wesentlicher Pfeiler des Erfolges sind EMCs Channel-Partner. Auch wenn der Anteil der Partnerumsätze im Enterprise-Segment gegenüber dem Vorjahr (58 Prozent) leicht zurückgegangen ist – aufgrund "einzelner größerer Deals" – konnte der Hersteller dennoch über den Channel weiter deutlich zulegen, wie Channel-Chef Martin Böker ergänzt: "Im ersten Halbjahr hat die Distribution um rund 70 Prozent zugelegt, die übrigen Kanäle um circa 30 Prozent."
Das überdurchschnittliche Wachstum in der Distribution ist zum Teil auf einen Wandel in der Partnerlandschaft zurückzuführen, den EMC auch ganz bewusst fördert: So kaufen vermehrt auch die klassischen Tier-1-Partner immer häufiger über die Distribution ein. Denn auch die finanzielle Unterstützung der Partner orientiert sich nicht mehr wie in der Vergangenheit üblich primär am Umsatz, sondern Coop-Gelder und Mittel aus dem aufgestockten MDF gibt es für aussichtsreiche individuelle Projekte und "gute Ideen". Eine dieser innovativen Ideen hatte Fokus-Partner Concat, der Isilon-Systeme mit IBMs Tivoli Storage Manager zu einer neuen Backup-Lösung verschmolz. Bei den Konkurrenten EMC und IBM stieß dieser neue Ansatz zwar spontan nicht auf uneingeschränkte Begeisterung, das Marktpotenzial der Concat-Lösung dürfte dann aber doch überzeugt haben. Denn Isilons OneFS ermöglicht ein vereinfachtes Storage-Pool-Handling für TSM, sodass sich TSM-as-a-Service zu deutlich reduzierten Gesamtkosten (OPEX/CAPEX) umsetzen lässt.
Eine Reduzierung der Kosten bis zum Faktor 3 verspricht EMC auch mit der Einführung der neuen Generation seiner VNX-Speichersysteme. Dank Intel-Sandy-Bridge-Technologie soll die Leistung im Idealfall auf das Vierfache gegenüber der Vorgängerserie steigen. Dazu hat EMC die neuen VNX-Speicher außerdem mit der flash-optimierten MCx (Multicore Optimierung) Software ausgestattet, die es ermöglicht, sämtliche VNX-Datenservices über sämtliche vorhandenen Prozessorkerne zu verteilen und so die Verarbeitungsgeschwindigkeit nachhaltig zu steigern. Auch in puncto Virtualisierung hat EMC den Integrationsgrad der Systeme erhöht: VMware vSphere ist nun direkter Bestandteil von VNX. In der Top-Konfiguration werden bis zu 6600 virtuelle Maschinen unterstützt.
Die Markteinführung von VNX II hat EMC in enger Abstimmung mit seinen Partnern vorbereitet – die Systeme sind daher bereits zum Zeitpunkt der offiziellen Ankündigung im Channel verfügbar. Kunden können die neuen VNX-Speicher aber auch über einen eigens aufgesetzten Webshop von EMC beziehen. Die Idee dazu stammt aus dem Headquarter des US-Konzerns – und in den USA laufe der Verkauf über den Onlineshop "auch schon ganz gut", kommentiert EMC-Deutschland-Chefin Sabine Bendiek den neuen Absatzkanal. Hierzulande soll der Shop primär zur erweiterten Kundenansprache genutzt werden. Es sei kein Schritt zum Ausbau der Direktvertriebsaktivitäten. "Im Gegenteil", versichert Bendiek, "die Leads aus dem Webshop werden über unsere Partner abgewickelt." Über die konkrete Einbindung der Distribution wird derzeit aber noch im Partner Advisory Board diskutiert.
(Bild: EMC)
Während im Webstore durchaus auch VNX-Systeme zum Listenpreis von fast 125.000 US-Dollar zu finden sind, wie die Lotus-F1-Edition der VNX5400, konzentriert sich Channel-Manager Böker hierzulande eher auf Projekte im Bereich zwischen 25.000 und 150.000 Dollar. Hier sieht EMC insbesondere für Partner in Deutschland die größten Wachstumschancen, die es mit den neuen VNX-Systemen sowie den später noch runderneuerten VSPEX- und vBlock-Lösungen zu nutzen gelte. Gerade in den unteren Preissegmenten nimmt EMC hierzulande noch nicht die Spitzenstellung ein. Ziel ist es, den Konkurrenten Marktanteile abzunehmen.
Konkrete Maßnahmen bei der Umsetzung der Strategie für Software-defined Storage unternimmt EMC schließlich mit der Ankündigung des Verkaufsstarts von ViPR. Ab dem 27. September 2013 steht die Software zur plattformübergreifenden virtualisierten Verwaltung von Storage-Systemen Kunden zur Verfügung. Die Object Data Services von ViPR werden zum Start zunächst für Amazon S3, OpenStack Swift und EMCs Atmos angeboten, weitere sollen folgen. Lizenzkosten sowie die Gebühren für ergänzende Service- und Wartungsverträge rund um ViPR will EMC jedoch erst ab dem 27.9. bekannt geben. Einen Blick in die Zukunft warf der Hersteller mit der Vorstellung des Projekts "Nile". Auf Basis von ViPR will EMC künftig auch unabhängige Service Provider oder auch IT-Abteilungen innerhalb von Unternehmen in die Lage versetzen, Anwendern Storage-Services zur Verfügung zu stellen – nach dem Vorbild etablierte Public-Cloud-Anbieter wie etwa Amazon. "Nile" holt die Public Cloud jedoch in den geschützten Raum eines vom Anbieter kontrolliert Rechenzentrums. (map)