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Ob sich am etwas behäbigen Image des Golf Plus mit der Umbenennung in Sportsvan etwas ändert, scheint zweifelhaft, denn auch der Nachfolger setzt auf die bewährten Tugenden des bisherigen Modells. Gezeigt wird er erstmals auf der IAA
- Henry Dinger
Wolfsburg, 8. September 2013 – Mit dem Image des Golf Plus war VW wohl nicht glücklich, sprach das Modell doch vorwiegend ältere Menschen an. Ob sich das mit der Umbenennung in Sportsvan ändert, scheint eher zweifelhaft, denn auch der Nachfolger setzt auch die bewährten Tugenden des bisherigen Modells. Gezeigt wird er erstmals auf der IAA (12. bis 22. September), auch wenn VW das ausgestellte Fahrzeug noch Concept car nennt.
Nur etwas kürzer als ein Touran
Der Sportsvan erstreckt sich über 4,34 Meter und ist damit rund acht Zentimeter länger als der Fließheck-Golf und natürlich kürzer als der Variant. Doch im Vergleich zu diesen beiden hat der Neue einen fünf Zentimeter längeren Radstand und ist etwa 12 Zentimeter höher. Interessanter noch ist eine Gegenüberstellung mit dem Kompaktvan Touran: Der Sportsvan ist etwa fünf Zentimeter niedriger, aber nur sechs Zentimeter kürzer. Aber das wird sich ändern, denn der nächste Touran, der Ende 2014 auf den Markt kommen soll, wird ebenfalls deutlich wachsen.
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VW Golf Sportsvan: Der Golf-Plus-Nachfolger steht auf der IAA 2013.
Rückbank verschiebbar
Der Golf Plus wird vor allem wegen seiner erhöhten Sitzposition und wegen seinem im Vergleich zum normalen Golf bequemen Einstieg gekauft. Daran soll sich auch beim Sportsvan nichts ändern. Je nach Einstellung der Sitzhöhe residieren Fahrer und Beifahrer etwa sechs bis acht Zentimeter höher als im normalen Golf. Anders als im Touran gibt es im Sportsvan nur eine Reihe im Fond. Diese ist im Verhältnis 60:40 geteilt, außerdem kann jeder Teil um 18 Zentimeter verschoben werden. Eine gute Idee, denn das bringt viel Kniefreiheit oder reichlich Platz im Kofferraum. Zudem sind die Lehnen in der Neigung verstellbar, einer bequemen Reise scheint also auch größeren Menschen nicht viel im Wege zu stehen. Anders als die Bank ist die Lehne in drei Teilen separat klappbar. Sie können vom Kofferraum aus entriegelt werden und sollen nach dem Umlegen eine nahezu ebene Ladefläche schaffen. Das Stauabteil selbst fasst 585 Liter wenn die Bank in die vorderste Position geschoben wird, und bis zu 1512 Liter, wenn die Lehnen umgeklappt sind. Damit bleibt er nur knappt unter dem Wert des Golf Variant.
1.4 TSI ACT wird stärker
Für den Sportsvan sind zum Marktstart sechs Motoren im Angebot, alle erfüllen die Euro-6-Norm und sind mit einem Start-Stopp-System ausgerüstet. Die vier Turbobenzin-Direkteinspritzer (TSI) leisten zwischen 85 und 150 PS, zwei Turbodiesel-Direkteinspritzer sind mit 110 und 150 PS zu haben. Damit verrät VW ganz nebenbei, dass der 1.4 TSI mit Zylinderabschaltung zehn PS stärker wird. Auch der 1.6 TDI mit 105 PS scheint im Golf keine Zukunft zu haben. Bis auf den kleinsten TSI können alle mit einem Doppelkupplungsgetriebe kombiniert werden. Die verbrauchsärmste Maschine ist der kleine Diesel 1.6 TDI BlueMotion mit 110 PS: Er soll sich im NEFZ nur 3,7 Liter auf 100 Kilometer nehmen und 95 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren. Ob auch der Golf Sportsvan mittelfristig einen Hybrid- oder Elektroantrieb bekommt, verrät VW noch nicht.