Arbeitnehmer wollen mehr Freiheit und Flexibilität
Arbeitnehmer möchten selbstbestimmt und flexibel arbeiten können. Ihnen das zu ermöglichen, zahlt sich für Unternehmen aus, wie eine neue Studie zeigt.
Mobile und flexible Arbeitsplätze erweisen sich in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) in Deutschland als echter Erfolgsmotor – vorausgesetzt, die Flexibilität wird nicht durch diverse Unternehmensrichtlinien auf bestimmte Zeitfenster reduziert und die Freiheit der Mitarbeiter damit wieder ausgebremst. Wer seinen Mitarbeitern ermöglicht, ihre Arbeit komplett eigenverantwortlich zu strukturieren, schafft hingegen eine gesunde Work-Life-Balance im Unternehmen und darf sich zugleich über steigende Produktivität freuen. Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer weltweiten Studie, die mit leitenden Angestellten und Führungskräften von mehr als 1.250 kleinen und mittelständischen Unternehmen in Europa, Nordamerika und Australien von YouGov im Auftrag von Citrix durchgeführt wurde.
Den Ergebnissen zu Folge würden mehr als 80 Prozent der weltweit Befragten ihre Arbeit gerne in Eigenregie organisieren, wenn der Arbeitgeber sie lassen würde. In Deutschland bietet mehr als die Hälfte (51 Prozent) der KMU diese Möglichkeit seiner gesamten Belegschaft an. Bei weiteren 36 Prozent der Unternehmen kann wenigstens ein Teil der Mitarbeiter seine Arbeitszeiten und -orte frei wählen. Damit ermöglichen in Deutschland überragende 87 Prozent der kleinen und mittelständischen Firmen ganz oder zumindest zum Teil mobile Arbeitsweisen. Damit liegt Deutschland weit vor den USA (74 Prozent) und zudem auch deutlich über dem weltweiten Durchschnitt (77 Prozent).
Freiheit und Flexibilität im Arbeitsalltag (6 Bilder)

Organisation flexibler Arbeitsmodelle
Die Erfahrungen der Führungskräfte in Deutschland mit flexiblen Arbeitszeitmodellen sind durchweg positiv: 48 Prozent der befragten Führungskräfte berichten von einer Steigerung der Produktivität. Bei 23 Prozent hat das flexible Arbeitszeitmodell zu einer Verbesserung der Work-Life-Balance geführt.Vor allem berufstätige Eltern spüren eine deutliche Stressreduktion.
Möglich sind solche flexiblen Arbeitszeitmodelle auch dank der modernen mobilen Technologien: 64 Prozent der befragten Führungskräfte sagen, dass die Möglichkeit, die Geräte zugleich privat und beruflich nutzen zu können, das Leben ihrer Mitarbeiter vereinfacht. 86 Prozent der befragten KMU-Entscheider stimmen außerdem der aussage zu, dass die Vorteile der gemischten Nutzung gegenüber den dazugehörigen Sicherheitsbedenken berwiegen. Tatsächlich machen sich nur zehn Prozent der Führungskräfte Sorgen um einen möglichen Kontrollverlust über Daten, nur drei Prozent fürchten durch die gemischte Nutzung eine Ablenkung der Mitarbeiter während der Arbeitszeit.
Allerdings gibt es beim Thema flexibles und mobiles Arbeiten durchaus auch kritische Punkte. So haben 41 Prozent der Befragten Bedenken, dass die Trennlinie zwischen Privatem und Beruflichem verwischt werden könnte. Weitere 19 Prozent befürchten, dass gerade das Homeoffice eine "always on"-Mentalität fördert und die Mitarbeiter sich sogar verpflichtet fühlen, Überstunden zu machen. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der KMU begegnet der Gefahr, durch feste Zeitvorgaben für mobil organisierte Mitarbeiter.
Allerdings kommt das bei den Betroffenen nicht besonders gut an: 73 Prozent lehnen eine entsprechende Bevormundung – beispielsweise durch technische Einschränkungen, die einen Zugang zu Unternehmensdaten und -kommunikation auf reguläre Geschäftszeiten reduzieren – ab. 81 Prozent wurden sich stattdessen ein loses Regelwerk zur Orientierung wünschen, 46 Prozent Ratschläge zu den Arbeitszeiten und 35 Prozent einen Rahmen, der durch die Vereinbarung langfristig gesteckter Ziele geschaffen wird. ()