Anklage gegen frĂĽheren Infineon-Chef

Die Staatsanwaltschaft MĂĽnchen erhebt Anklage gegen den ehemaligen Infineon-Chef Ulrich Schumacher, der sich dem Vorwurf der Bestechlichkeit ausgesetzt sieht. Es geht um Schmiergeld und Sportwagen.

vorlesen Druckansicht 13 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Gegen den früheren Infineon-Chef Ulrich Schumacher hat die Staatsanwaltschaft München Anklage wegen Bestechlichkeit erhoben. Die Vorwürfe lauteten auf Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr und versuchten Prozessbetrug, sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler am heutigen Freitag der dpa und bestätigte damit weitgehend einen Bericht von Focus online. Schumacher ließ die Vorwürfe durch einen Sprecher zurückweisen.

Dem Bericht zufolge soll Schumacher in den Jahren 2000 bis 2003 mindestens 300.000 Euro in bar vom damaligen Sponsorenvermittler Udo Schneider erhalten haben. Das Geld sei dann unter anderem in historische Sportwagen investiert worden, heißt es weiter. Schneider, der wegen Schmiergeldzahlungen an Infineon-Manager im Herbst 2006 zu einer Haftstrafe verurteilt worden war, soll den damaligen Konzernchef Schumacher mit den Zahlungen zur Fortsetzung ihrer Geschäftsbeziehung bewogen haben.

Der Vorwurf des versuchten Prozessbetrugs bezieht sich laut Focus auf eine juristische Auseinandersetzung zwischen Schumacher und Infineon nach seinem Ausscheiden. Damals hatte das Unternehmen die zweite Rate seiner Abfindung in Höhe von insgesamt 5,2 Millionen Euro einbehalten. Schumacher war vor Gericht gezogen, um die Auszahlung der kompletten Summe zu erzwingen. Dass er dabei aussagte, er habe nie Gelder vom früheren Geschäftspartner Schneider erhalten, hält die Staatsanwaltschaft dem Bericht zufolge für versuchten Prozessbetrug.

Ob Schumacher wie vom Focus berichtet darüber hinaus auch Steuerhinterziehung vorgeworfen wird, wollte der Münchner Staatsanwalt unter Verweis auf das Steuergeheimnis nicht kommentieren. Ein Sprecher von Schumacher sagte auf Anfrage, die Klage liege den Anwälten bislang nicht vor. "Es gilt unverändert: Schumacher hat nie auch nur einen Cent genommen." Schumacher sehe dem weiteren Vorgehen gelassen entgegen und habe Vertrauen in die Ermittlungsbehörden. (vbr)