Der rote Silberpfeil
Das Auktionshaus Bonhams hat einen historischen Alfa Romeo Rennwagen für mehr als sieben Millionen Euro verkauft. Damit ist der Tipo 8C-35, mit dem Tazio Nuvolari die Coppa Ciano 1936 gewann, der teuerste Alfa, der je verkauft wurde
München, 23. September 2013 – Das Interesse an historischem Renngerät bleibt anhaltend stabil, das gilt auch für alte Alfas: 2010 hatte ein Alfa Monza 2300 (Baujahr 1933) in Pebble Beach umgerechnet gut fünf Millionen Euro erzielt. Diesen Rekord für einen historischen Alfa Romeo deutlich überboten hat nun der weltweit einzige erhaltende Tipo 8C-35 von 1935 mit 5.937.500 englischen Pfund (7,04 Millionen Euro). Verkauft wurde der Grand Prix-Monoposto bei einer Auktion von Bonhams im Rahmen des Goodwood Revival Meetings.
Der auch als „Tipo C" bekannte Grand Prix-Renner war 1935 von Vittorio Jano als Antwort auf die legendären Silberpfeile entwickelt worden und war damit das rotlackierte Pendant der Kompressor-Mercedes W25 und Auto Union-Rennwagen. Der von der Scuderia Ferrari als damaligem Alfa Romeo Werksteam eingesetzte Einsitzer mit der Fahrgestellnummer „50013" brachte es dank seines per Kompressor aufgeladenen Reihenachtzylinders auf 330 PS bei 5500/min. Schnell machten ihn auch seine Einzelradaufhängung, hydraulische Bremsen und seine aerodynamische Karosserie. Der Motor war die auf 3,8 Liter aufgebohrte und finale Entwicklungsstufe des bereits im Monza und Tipo B einsetzten Langhubers.
Der rote Silberpfeil (17 Bilder)

Italienische Antwort auf die Silberpfeile
Der Tipo 8C-35 kam erstmals im September 1935 beim GP von Italien in Monza auf die Bahn. Danach sah man ihn noch bis weit in die Saison 1936 hinein bei Rennen in Modena, San Sebastian, Brünn, Tunis, Tripolis, Monaco, Budapest sowie beim Eifel-Rennen und GP von Deutschland auf dem Nürburgring. Nach und nach löste der Zwölfzylinder-Typ 12C-36 den Vorgänger ab, doch noch 1937 gewann Carlo Pintacuda mit einem 8C-35 den GP von Rio de Janeiro - mit acht Sekunden Vorsprung auf Hans Stuck im favorisierten Auto Union.
Den größten Erfolg hatte der 8C-35 auf der Coppa Ciano des Jahres 1936. Tazio Nuvolari bestritt mit dem Alfa eines seiner größten Rennen. Als sein eigener Wagen, ein neuer Alfa Romeo 12 C-36, gleich nach dem Start liegengeblieben war, übernahm er den 8C-35 von Pintacuda. Von Platz sechs kommend sicherte Nuvolari Alfa Romeo nach Ausfall des führenden Varzi (Auto Union) einen Dreifach-Sieg. Der viertplatzierte Auto Union von Stuck/Rosemeyer lag im Ziel drei Minuten zurück.