Weitere Rückschläge für die Telekom im Festnetz prognostiziert

2013 wird nur noch jeder zweite deutsche Haushalt einen Festnetzanschluss bei dem Ex-Monopolisten haben, erwarten das Wirtschaftsmagazion "Capital" und Analysten von Sal. Oppenheim. Die Telekom wolle daher auch die Zahl der Service-Techniker abbauen.

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Von
  • Jürgen Kuri

Der Deutschen Telekom drohen im Festnetzgeschäft laut einem Pressebericht weitere Rückschläge. Im Jahr 2013 werde nur noch jeder zweite deutsche Haushalt einen Festnetzanschluss bei dem früheren Monopol-Konzern haben. Das zumindest meint das Wirtschaftsmagazin Capital, das sich dabei auf eine Prognose stützt, die es zusammen mit Analysten der Privatbank Sal. Oppenheim berechnet hat. Derzeit seien mit rund 31 Millionen Anschlüssen mehr als 70 Prozent der 42 Millionen Haushalte und Unternehmen in Deutschland mit ihrem Festnetzanschluss bei der Telekom.

Die Gründe für den weiteren Kundenschwund sind dem Bericht zufolge unter anderem zusätzliche Erfolge der DSL-Wettbewerber nun auch auf dem Land, da die Telekom ihnen dort neuerdings DSL-Anschlüsse mit ihrer Technik schalten muss. Außerdem belaste der Aufschwung der Kabel-TV-Firmen und eine massive Zunahme der Kunden, die nur noch einen Mobilfunkvertrag haben, die Telekom. Laut Capital will die Telekom die Zahl der derzeit 24.000 Service-Techniker, die Kundenbesuche machen, ab 2009 abbauen, weil ab dann weniger neue DSL-Verträge zu schalten sind. Die Details des neuen Abbauplans seien noch offen. Bei den 16.000 Technikern im Netzbetrieb könnte dem Magazin zufolge ab 2011 jede zweite Stelle wegfallen, wenn die gesamten Netze auf vollautomatische Digitaltechnik umgestellt worden seien.

Ein Telekom-Sprecher bestätigte am Sonntag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX, dass die Telekom das gesamte Netz auf IP-Technik umstelle. Welche Konsequenzen dies etwa beim Personal haben werde, sei noch nicht absehbar. Am Wochenende war zudem ein internes Papier bekannt geworden, nachdem die Telekom bis 2014 weite Teile der bisher gebräuchlichen Kupferkabel durch Glasfaser ersetzen will. Von den derzeit 7900 traditionellen Vermittlungsstellen blieben nach dem Umbau lediglich 900 zentrale Hauptverteiler. Die Telekom möchte damit Personal- sowie Übertragungskosten in Milliardenhöhe einsparen und Immobilien im Wert von 3,5 Milliarden Euro verkaufen. Außerdem will die Telekom durch die Zusammenlegung von Call Centern Kosten einsparen.

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(jk)