Eno feiert 20 Jahre Distribution

Eno hat sein 20-jähriges Jubiläum in Nordhorn mit einer Hausmesse gefeiert. Dabei wurde auch die neue WhiteLabel-App vorgestellt, mit der jeder Fachhändler eine eigene App als Mobile-Shoplösung für Endkunden erstellen kann.

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Von
  • Robert Höwelkröger

Katrin Wilke, Marketingchefin bei ENO, und Geschäftsführer Ron Bulla sind sehr zufrieden mit dem derzeitigen Geschäft des TK-Distributors.

Der TK-Distributor Eno feierte dieser Tage sein 20-jähriges Jubiläum und richtete auch seine diesjährige Hausmesse Eno@Home darauf aus. Im Rahmen der Messe verkündeten dann auch Geschäftsführer Ron Bulla und Marketing-Chefin Katrin Wilke, dass ihr Unternehmen weiter wirtschaftlich auf "sehr soliden Füßen" stehe. "Wir konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr umsatztechnisch wieder um 8 Prozent zulegen und haben mehr als 200 Millionen Euro umgesetzt", so Bulla gegenüber heise resale. "Oberste Priorität hat bei uns das organische Wachstum. Aber natürlich beobachten wir permanent den Markt, stehen aber selber definitiv nicht zum Verkauf."

Das familiengeführte Unternehmen steht auf insgesamt drei Säulen. Zum einen wird die Distribution stetig durch neue Produkte erweitert. Zum anderen baut das Unternehmen, dass in der Region auch als Horstmann-Gruppe bekannt ist, auch Service und Dienstleistungen über das Servicecenter ESC (Eno Service Center) aus und zum dritten setzt man auf den Einzelhandel. Die eigene Service-Abteilung ist dabei fast genauso groß wie der Vertrieb. Die Gebrüder Horstmann, Gesellschafter und Gründer von Eno Telecom, sind auch Euronics-Gesellschafter und führen einen Euronics XXL-Markt auf dem ENO-Gelände. "Durch den Anschluss an einen eigenen POS können wir so als Distributor testen, was bei den Kunden ankommt. Auch neue Trends lassen sich so leichter direkt ausprobieren", erklärt Bulla. Der Euronics-Markt setze mehr als 10 Millionen Euro pro Jahr um und gliedere sich damit positiv in das Unternehmen ein, so Bulla weiter.

Das Unternehmen sei wirtschaftlich und finanziell stabil aufgestellt, profitiere durch die drei Säulen Großhandel, Einzelhandel und Service und verfüge über eine Eigenkapitalquote von 45-50 Prozent. Die Gewinne verblieben in der Firma und würden reinvestiert, vor allem in neue Mitarbeiter, weiß Bulla zu berichten. Als Stärken seines Unternehmens bezeichnet Bulla vor allem Verlässlichkeit, Stabilität, Menschlichkeit und Nähe zu Kunden und Herstellern: "Wir leben diese Attribute, Bernd Horstmann als Gründer von Eno verkörpert sie und so wurden wir auch schon von Händlern zum 'menschlichsten Distributor' gekürt", führt der Geschäftsführer aus.

Eno@Home 2013 (19 Bilder)

Die Hausmesse

...Eno@Home fand 2013 in der Alten Weberei in Nordhorn statt.

Das Unternehmen wachse vor allem, da es rechtzeitig den Trends folge und sich breit genug aufgestellt habe. So seien die Themen Telematik und Geräte für Senioren wichtige Bausteine des Portfolios, um die Nachfrage der Händler zu befriedigen. Wirtschaftliche Schwierigkeiten oder eine besonders schwere Lage in der Branche, wie es immer wieder zu hören ist, will man in Nordhorn nicht so hoch bewerten. "Natürlich bekommen wir die Unruhe mit, aber wir hören schon seit 8 Jahren immer wieder, wie schwierig die wirtschaftliche Situation sei", sagt Katrin Wilke. Die Top-Kunden des Unternehmens aber würden immer weiter ihre Umsätze steigern."Wir können ja auch unseren Resellern nur auf den Weg geben, wer heute auf die neuen Themen setzt, wie beispielsweise VoIP, virtuelle Kommunikation oder Smart Home, der wird auch künftig überleben", erklärt der Eno-Geschäftsführer. Reseller hätten zudem noch viele Spezialisierungsmöglichkeiten, in denen sie noch wachsen könnten.

Für seine Fachhandelspartner will sich der Distributor vor allem weiter auf das Projektfeld Smart Home fokussieren. Natürlich sei das Thema nicht neu, räumt Marketingchefin Wilke ein, aber viele TK-Händler hätten einfach den Einstieg noch nicht geschafft: "Das wollen und müssen wir ändern. Daher zeigen wir, wie wenig Aufwand vonnöten ist und wie wenig Kosten auf den Nutzer zukommen. Wir wollen den TK-Händler überzeugen, ihn aber auch bei seinem Weg in den Bereich Smart Home begleiten." Natürlich sei heute noch der Verkauf von Tablets ein Hauptgeschäftsfeld. Auch wenn die Verkäufe signifikant gewachsen seien, würde der Preisverfall zusehends zu einem Problem werden.

Im Service- und Dienstleistungssektor sieht Eno noch große Wachstumschancen für sich und die Händler. Das Unternehmen selber setzt vor allem auf sein ESC, das Smartphones und Tablets von unterschiedlichen Herstellern repariert und den kompletten RMA-Service übernimmt. Auch bei ERP und Logistik bietet Eno seinen Partnern Serviceleistungen an. Um den Reseller beim Service zu unterstützen, bietet der Großhändler zudem einen WhiteLabel-Shop und neuerdings auch eine passende WhiteLabel-App an. "Diese App sehen wir als wichtigen Baustein für die lokale Selbstvermarktung der Reseller an", erklärt Wilke. "In fünf Minuten können Fachhändler ihre eigene App entwerfen und für ihre Kunden die Supportaufträge, Warenbestellungen oder Informationen mit nur einem Tastendruck bereitstellen." Die individualisierte App kostet einmalig 699 Euro, kann aber auch mit Werbekostenzuschüssen beglichen oder mit Rabatten aus diversen Partnerprogrammen verrechnet werden. "Wir setzen bei der App auf Preis-Leistung und eine ganz einfache Installation", ergänzt Wilke. Die App sei für alle gängigen Betriebssysteme geeignet, wobei Eno verspreche, dass die Händler keinerlei Pflegeaufwand leisten müssten. Das Einstellen zentraler Neuheiten übernimmt der Distributor.

Nachholbedarf sieht Katrin Wilke vor allem noch im Bereich lokales Marketing. Auch daher hat ihr Unternehmen nun die WhiteLabel-App vorgestellt. "Fachhändler müssen einfach lernen, wie sie mehr Services verkaufen. Und der Endkunde muss lernen, dass Service heute etwas kostet. Das schaffen Reseller, indem sie Produkte und Services mehr als bisher differenzieren", erklärt die Marketing-Expertin. (roh)