Mit Handrad
Gäbe es auch unter Motorrädern die Wahl zum Supertalent, hätte die Kawasaki Z 1000 SX gute Chancen auf den Titel. Zum neuen Modelljahr hat die Marke in giftgrün noch einmal Hand an ihren Sporttourer gelegt
- Ingo Gach
Gäbe es auch unter Motorrädern die Wahl zum Supertalent, hätte die Kawasaki Z 1000 SX gute Chancen auf den Titel. Zum neuen Modelljahr hat die Marke in giftgrün ihren Sporttourer noch einmal überarbeitet. Das Handrad macht den Unterschied. Zugegeben: Man muss schon sehr genau hinschauen, um die neue Kawasaki Z 1000 SX von ihrer Vorgängerin unterscheiden zu können. Aber da der Hersteller so freundlich war und nun ein Handrad zur Verstellung der Federbasis spendiert hat, kann selbst der Laie auf Anhieb Kawasakis Allroundtalent in die chronologische Reihenfolge bringen, lugt der Knopf doch unübersehbar unterhalb des Hecks hervor.
Evolution statt Revolution
Offensichtlich hat es sich auch in Japan herumgesprochen, dass man das Rad nicht jedes Jahr neu erfinden muss und versucht sich stattdessen an der Optimierung von Bewährtem. Die Z 1000 SX gehört hierzulande zu den meist unterschätzten Motorrädern überhaupt. Während in Deutschland viele Käufer nur noch durch BMW-Brille zu schauen scheinen, sprechen sich die Talente der schnittigen Kawasaki im Rest der Welt rasch herum. Der Optik nach würde man sie spontan als Sportbike einordnen: aggressiv gestylte Verkleidung, böser Blick aus den beiden Scheinwerfern, schlanke Taille und fast schon filigranes Heck.
Mit Handrad (12 Bilder)

Doch dieses Motorrad entpuppt sich als ausgesprochen angenehmer Tourer mit einer kommoden Sitzposition, einem hoch positionierten und breiten Lenker und verstellbarer Windschutzscheibe. Für das Modelljahr 2014 wurden die von Kunden und Fachpresse meist benörgelten Schwachstellen beseitigt. Dass aber auch der Motor überarbeitet wurde, überrascht ein wenig, denn gerade er wurde in der Vergangenheit immer gelobt. Der Hubraum blieb mit 1043 Kubikzentimetern zwar exakt gleich, der Reihenvierzylinder leistet nun allerdings mit 142 PS drei Pferdestärken mehr als bisher. Beim maximalen Drehmoment legte er zwar nur um einen Nm auf 111 zu, aber dafür liegt es schon 500/min früher an. Besonders der druckvolle Drehmomentverlauf vom Standgas weg macht aus der Z 1000 SX einen wunderbaren Reisebegleiter.
Verborgene Maßnahmen
Um das zu erreichen, wurde die Airbox geändert, die Ansaugtrichter gleich lang, die Steuerzeiten zahmer, der Ventilhub niedriger und der Auspuff modifiziert. Erstaunlich, dass offensichtlich selbst der Hersteller das ursprüngliche Auspuffklappensystem überflüssig fand. Auf diese tiefgreifenden Änderungen an der Hardware musste natürlich am Ende das Mapping des Steuergeräts neu programmiert werden. Die Maßnahmen ergeben in der Summe einen samtweichen Motorlauf, bei dem sich bestimmt niemand über Leistungsmangel beschweren wird. Dem Getriebe – in Funktion und Schaltbarkeit über jeden Verdacht erhaben – wurde ein längerer sechster Gang spendiert, was laut Kawasaki sechs km/h mehr Topspeed beschert und den Verbrauch leicht reduziert.