IBM will IT-Sparte von ProSiebenSat.1 kaufen

Ursprünglich wollte der TV-Konzern seine gesamte Produktionssparte verkaufen, zu der auch der IT-Bereich gehört.

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  • JĂĽrgen Kuri

Die Münchner Senderkette ProSiebenSat.1 will ihre IT-Sparte laut einem Bericht des Handelsblatts an den US-Computerkonzern IBM verkaufen. Die Einigung mit dem Unternehmen solle noch in dieser Woche perfekt gemacht und bekannt gegeben werden, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise. Eine Sprecherin von ProSiebenSat.1 sagte auf Nachfrage von dpa-AFX, es gebe Gespräche, eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Ob die Münchener dabei auch mit IBM in Kontakt seien, wollte die Sprecherin nicht kommentieren. Mit einer Entscheidung sei "demnächst" zu rechnen, sagte sie, ohne den Zeitrahmen zu konkretisieren.

Die Informationstechnologie der gesamten Gruppe ist in der Pro Sieben Sat.1 Produktion (PSP) gebündelt, die insgesamt mehr als 1000 Beschäftigten hat – davon gehören aber nicht alle zum IT-Bereich, den IBM übernehmen will. Wieviele Beschäftigte zu IBM wechseln sollen und wieviel der Konzern für den Bereich zahlen soll, ist derzeit noch unklar. IBM wollte laut der Zeitung keinen Kommentar abgegeben. Im Umfeld des amerikanischen IT-Konzerns habe es aber geheißen, die Verhandlungen seien auf einem guten Weg, aber noch nicht abgeschlossen.

Bereits Ende November vergangenen Jahres war über einen Verkauf der Produktionssparte diskutiert worden, als mögliche Interessenten wurden zwei Konsortien aus dem französischen Konzern Thomson und Siemens auf der einen Seite sowie aus der Produktionsfirma Red Bee Media und IBM auf der anderen Seite genannt. Mit einer Entscheidung sei innerhalb der nächsten 60 Tage zu rechnen, ergänzte Konzernchef Guillaume de Posch damals – woraus dann aber doch nichts wurde. Zudem ging es dabei noch um den Verkauf der gesamten Produktionssparte, nicht nur des IT-Bereichs; dieses Vorhaben ist nun anscheinend vom Tisch. Große Teile des Bereichs sollen jetzt nach den Informationen des Handelsblatts bei ProSiebenSat.1 bleiben. (jk)