Forscher untersuchen virale Verbreitungswege im Netz

Eine Wissenschaftlergruppe des US-Militärs hat eine Methode entwickelt, mit der sich sogenannte "Seed Groups" im Rahmen von viralem Marketing auffinden lassen.

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Ein zentrales Element beim viralen Marketing ist die sogenannte Seed Group – diejenige Zusammenballung von Personen also, die ursprünglicher Auslöser einer Nachricht sind, die sich dann blitzschnell im Netz verbreitet. Entsprechend interessieren sich Netzwerktheoretiker dafür, Methoden zu entwickeln, diese Auslösergruppe zu bestimmen – von Werbern und Marketingfachleuten ganz abgesehen. Drei Forscher vom Network Science Center der US-Militärakademie in West Point wollen der Lösung dieses Problems nun näher gekommen sein, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe: Sie haben ein Verfahren entwickelt, mit der sich eine Seed Group auffinden lässt – und zwar auch dann relativ schnell und einfach, wenn es sich um ein großes Netzwerk handelt.

Die Methode ist vergleichsweise unkompliziert. Sie basiert auf der Idee, dass ein Individuum von einer Botschaft erreicht wird, sobald ein bestimmter Anteil seines Freundeskreises diese erhalten hat. Dieser Anteil stellt einen kritischen Schwellwert dar, der für das Verfahren der West-Point-Forscher von zentraler Bedeutung ist. Ist der Schwellwert einmal bestimmt, untersuchen die Forscher das Netzwerk und greifen all jene Einzelpersonen heraus, die mehr Freunde haben als der Schwellwert. Diese werden herausgestrichen. Im nächsten Schritt wird dieser Prozess wiederholt und nach all jenen gefahndet, die immer noch mehr Freunde haben als der Schwellwert. Auch hier werden diejenigen mit dem größten "Ausschuss" aus der Schar getilgt. Und so geht es weiter.

Der Prozess ist beendet, sobald niemand mehr im Netzwerk vorhanden ist, der mehr Freunde hat, als es der Schwellwert verlangt. Sobald das erreicht ist, wurde die Seed Group gefunden. Eine Nachricht, die an jedes Mitglied dieser Gruppe geschickt wird, sollte sich über das gesamte Netzwerk verteilen. Das Verfahren der West-Point-Wissenschaftler scheint auf den ersten Blick ein eleganter Lösungsansatz für ein schwieriges Problem zu sein. Allerdings können sie noch nicht mit Sicherheit sagen, dass sie die jeweils kleinste mögliche Seed Group gefunden haben.

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(bsc)