Social Media: Erhebliche geschäftliche Vorteile bleiben aus

Damit sich Aktivitäten in sozialen Netzwerken für ein Unternehmen lohnen, reicht es nicht, die Verantwortung dafür dem Marketing zuzuschieben. Damit ein echter Nutzen messbar ist, müssen alle Abteilungen beteiligt werden.

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Von
  • Marzena Sicking

Social Media ist in Unternehmen weiter auf dem Vormarsch, wie die neue Trendstudie von Tata Consultancy Services, einem Anbieter von IT-Services, zeigt. Seit 2010 haben 64 Prozent der Unternehmen mindestens eine Vollzeitstelle für Aktivitäten in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und LinkedIn eingerichtet. Trotzdem sehen aber nur zehn Prozent der Befragten einen spürbaren Nutzen in ihrer Geschäftstätigkeit. Die Vermutung der Studienauftraggeber: Interne organisatorische Grenzen mindern den geschäftlichen Nutzen von Social Media.

(Bild: Tata Consultancy Services)

So liegt die Betreuung der Sozialen Medien in den meisten Firmen in den Händen der Marketing-Abteilung. Das scheint nicht der richtige Weg zu sein, denn nur 42 Prozent der Unternehmen halten die Organisationsstruktur ihrer Social-Media-Aktivitäten für wirksam oder besonders effektiv. Nur zehn Prozent der Unternehmen, die in Social Media investieren, konnten dadurch auch tatsächlich deutliche geschäftliche Verbesserungen erzielen. Die erhofften nachhaltigen Vorteile bleiben aus, die gewünschten Informationen erreichen die Zielgruppen nicht – und das bei Investitionsvolumen von durchschnittlich 19 Millionen Dollar pro Unternehmen.

Die Studienauftraggeber vermuten, dass das Problem eher intern gelagert ist. Die Unternehmen würden sich auf ein Business-to-Consumer-Marketing beschränken und die enormen Potenziale sozialer Medien gar nicht richtig nutzen. So könne beispielsweise das Kunden-Feedback aus Social Media-Kanälen wertvolle Impulse für die Produktentwicklung geben, doch nur 27 Prozent der F&E/Produktentwicklungs- und 37 Prozent der Produkt-Management-Abteilungen würden solche Kommentare tatsächlich regelmäßig lesen. Meist bleibt die Kommunikation im Marketing, bestenfalls auch noch im Kundenservice und Vertrieb hängen.

(Bild: Tata Consultancy Services)

Wie die Studie weiter zeigt, investieren die besonders erfolgreichen Unternehmen im Social Media bis zu 28 Millionen Dollar. Auch beschränken sie sich nicht nur auf Unternehmensseiten in sozialen Netzwerken, sondern sind auch anderweitig sehr rührig unterwegs: 81 Prozent haben Corporate Blogs, 77 Prozent mobile Anwendungen für Verbraucher, und 61 Prozent bedienen zudem eigene Online-Video-Kanäle.

Erhebliche geschäftliche Vorteile aus Social-Media-Aktivitäten erkennt aber ein kleiner Prozentsatz der Unternehmen. Immerhin 38 Prozent berichten von einem positiven Return on Investment (ROI), nur 18 Prozent müssen einen negativen ROI hinnehmen. Die restlichen 44 Prozent haben bisher auf entsprechende Messungen verzichtet.

FĂĽr die globale TCS-Trendstudie Social Media wurden weltweit 655 Unternehmen mit einem durchschnittlichen Umsatz von 15,6 Mrd. US-Dollar befragt. ()