Mit Segen von oben

Der französisch-monegassische Autohersteller Venturi, Inhaber des Geschwindigkeits-Weltrekords für Elektrofahrzeuge will seine Rekordmarke von 495 km/h auf über 600 km/h steigern. Das begeistert sogar Prinz Albert II., der das Team in den USA besucht

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Von
  • Ronald Partsch

Wendover (USA), 10. Oktober 2013 – Der französisch-monegassische Autohersteller Venturi, Inhaber des Geschwindigkeits-Weltrekords für Elektrofahrzeuge will seine Rekordmarke von 495 km/h auf über 600 km/h steigern. Derzeit wartet die Rekordmannschaft in der Salztonebene von Bonneville (Utah) nach starken Regenfällen auf besseres Wetter. Venturi ist die einzige Automarke im Fürstentum Monaco. Sie wurde im Jahr 1984 von ehemaligen Alpine-Mitarbeitern gegründet und setzt mittlerweile voll auf Elektroautos. Mit Erfolg: Ein Großauftrag der französischen Post für elektrische Umbauten von Peugeot- und Citroën-Kleintransportern bringt reichlich Fördergelder und Umsatz.

Prinz Albert II. von Monaco und Prinzessin Charlène reisten höchstpersönlich in die USA, um das Weltrekordteam zu unterstützen. Das Interesse des monegassischen Staatschefs für alternative Antriebe ist bekannt: Für seine Hochzeit ließ er sich einen Lexus LS 600h zum Landaulet umbauen. Technische Unterstützung holten sich die Venturi-Entwickler von der Ohio State University in den USA. Zu den technischen Details des Rekordwagens: Er ist 11,35 Meter lang, aber nur 1,06 Meter breit. Die Karosserie besteht aus Carbon und Aluminium. Trotzdem bringt der Rekordwagen VBB-3 3,2 Tonnen auf die Waage, allein die 2000 Lithium-Eisen-Phosphat-Batteriepacks wiegen 1,6 Tonnen.

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Hoher Besuch: Prinz Albert II. von Monaco (Mitte) besuchte das Venturi-Weltrekordteam in den USA, rechts neben ihm Prinzessin Charlène.

Leistungsmäßig liegt der VBB-3 (cW-Wert 0,13) deutlich über seinem hauseigenen Vorgänger, der den bisherigen Rekord von 495 km/h hält. Der Elektromotor im VBB-2.5, dem Rekordauto des Jahres 2010, leistete immerhin 588 kW (800 PS). Maximal 2200 Kilowatt, also etwa 2990 PS muss der VBB-3 auf die Piste bringen. Das maximale Drehmoment gibt Venturi mit 2800 Nm an. Historisches Vorbild ist übrigens die "Jamais Contente" (Niemals Zufriedene), ein Weltrekordwagen mit Elektroantrieb von 1899. Mit 34 PS sauste der Belgier Camille Jenatzy damals auf unglaubliche 105 km/h. Und für nächstes Jahr haben die Monegassen schon wieder ein neues Ziel: Wenn alles gut geht, und der VBB-3 heil bleibt, soll 2014 auch noch die 700-km/h-Marke falllen. Um den aktuellen Weltrekord der offenen Kategorie "Verbrennungstriebwerke auf Rädern" zu knacken, müsste der VBB-3 allerdings noch zulegen: Dieser liegt derzeit bei 1227 km/h. ()