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Die Zahl der gestohlenen Autos ist 2012 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Noch immer bevorzugen Diebe vor allem den Osten des Landes. Städte mit guter Verkehrsanbindung gen Osten sind besonders betroffen
Leipzig, 17. Oktober 2013 – Die Zahl der gestohlenen Autos ist 2012 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Noch immer bevorzugen Diebe vor allem den Osten des Landes. Städte mit guter Verkehrsanbindung gen Osten sind besonders betroffen. In einer Studie hat das Portal Geld.de 120 deutsche Städte verglichen.
Einzelteile gesucht
Im Schnitt wechseln deutschlandweit rund 102 Autos täglich unfreiwillig den Besitzer. Insgesamt waren es im vergangenen Jahr 37.328 Pkw. Das ist ein Rückgang um etwa neun Prozent, doch Grund zur Freude ist das leider nicht. Zum einen liegt die Aufklärungsquote bei noch immer äußerst bescheidenen 26,7 Prozent. Anders ausgedrückt heißt das, nur bei jedem vierten Diebstahl wird ein Täter ermittelt. In der Studie werden zudem nur gestohlene Fahrzeuge erfasst. Professionelle Banden haben sich aber in den vergangenen Jahren darauf spezialisiert, bestimmte Fahrzeugteile zu stehlen.
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Im Osten werden wesentlich mehr Fahrzeuge gestohlen als weiter westlich. Besonders gefährt sind teure Autos in Städten wie Frankfurt/Oder und Dresden.
Das erklärt, warum zwar weniger Autos geklaut werden, die Versicherungsbeiträge aber steigen. Die Versicherer haben inzwischen auch mit hohen Kosten beispielsweise für den Ersatz von Xenonscheinwerfern, Airbags und Navigationsgeräten zu kämpfen. Auch originale Spoiler wie sie beispielsweise im BMW M-Paket enthalten sind, werden oft gezielt gesucht und gestohlen. Hier geht es im Schadensfall schnell um mehrere tausend Euro – Beträge, die sich letztlich natürlich in den Beiträgen für Teil- und Vollkasko wiederfinden.
Osten vorn
Noch immer schlimm ist die Situation vor allem in Brandenburg. In Frankfurt/Oder, direkt an der Grenze zu Polen, wurden pro 100.000 Fahrzeugen 844 gestohlen. Damit liegt diese Stadt unglaubliche 680 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt. Aber auch in kleineren Städten, die in der aktuellen Studie nicht erfasst sind, ist die Situation zum Teil dramatisch. Wer ein Auto fährt, das in der Gunst der Diebe weit vorn rangiert, kann sich auch mit einer Einzelgarage kaum schützen. Für Profis stellt auch die inzwischen kaum ein größeres Hindernis dar.
Wirksam sind eigentlich nur die Wahl des richtigen Autos und der Verzicht auf Extras wie die großen Navigationssysteme ab Werk. Vergleichsweise sicher können sich Autobesitzer in Pirmasens, Straubing und Garmisch-Partenkirchen fühlen. In diesen Städten hat die Polizei im vergangenen Jahr jeden Autodiebsstahl aufgeklärt. Das liegt sicher nicht nur an der guten Arbeit der Kommissare, sondern auch daran, dass sie nicht ganz so viele Einsätze hatten wie ihre Kollegen in den Hochburgen.