Jagdsaison
Mit der Auslieferung des neuen P1 an einen Kunden musste McLaren nun abschließend Farbe bekennen und auch die letzten Geheimnisse um einen der schnellsten und teuersten Hybridflitzer der Welt preisgeben. Trotz aller Exklusivität ist der Engländer nicht alleine in der Welt der Super-Hybride
- Henry Dinger
Woking (Großbritannien), 22. Oktober 2013 – Mit der Auslieferung des neuen P1 an einen Kunden musste McLaren nun abschließend Farbe bekennen und auch die letzten Geheimnisse um einen der schnellsten und teuersten Hybridflitzer der Welt preisgeben. Trotz aller Exklusivität ist der Engländer nicht alleine im Segment der Super-Hybride. Ähnliche Leistungen bieten der Porsche 918 Spyder mit einer Systemleistung von 887 PS und der ebenfalls in Genf erstmals gezeigt Hybrid-Ferrari namens LaFerrari mit insgesamt 963 PS.
Ferrari und Porsche bauen die Wettbewerber
Präsentiert wurde der P1 auf dem Genfer Autosalon im März 2013. Angetrieben wird die Skulptur aus plastikgewordenem Sturm von einem Achtzylinder-Biturbo mit 737 PS. Damit das nicht zu langweilig wird, hilft am oberen und am unteren Ende des Drehzahlbands ein Elektromotor mit 179 PS mit. Dass der P1 mit seiner brachialen Systemleistung von 916 PS überdurchschnittliche Fahrleistungen schafft, war zu erwarten. Die offiziellen Zahlen lauten: Nach 2,8 Sekunden wischt die Tachonadel über die 100er-Marke, nach 6,8 Sekunden sind 200 km/h erreicht und nach 16,5 Sekunden die 300 km/h geschafft. Bei 350 km/h wird der weitere Vortrieb – sicher aus Sportsgeist gegenüber den Wettbewerbern – elektronisch abgeregelt.
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Der McLaren P1 wird von einem Hybridantrieb beschleunigt.
Die Konkurrenz hält da ganz gut mit: Der 918 Spyder braucht ebenfalls 2,8 Sekunden auf 100, fällt dann aber mit 7,9 Sekunden auf 200 und mit 23 Sekunden auf 300 km/h ab. Er wird 345 km/h schnell. Mit den Dynamik-Zeiten für den LaFerrari – der Nachfolger des Enzo – legen sich die Italiener nicht so genau fest, die Rede ist von unter drei Sekunden auf 100, unter sieben Sekunden auf 200 und 15 Sekunden bis 300 km/h. Die Spitze ist mit über 350 km/h angegeben.
Interessanter als diese in einem engen Korridor liegenden Beschleunigungswerte sind freilich Rundenzeiten, denn die berücksichtigen auch die Leistungen der Fahrwerke. Je nach Kurs könnte hier jeweils ein anderer Wettbewerber die Nase nach vorn bekommen.
Häufig wird man keinen der drei sehen, denn die geplanten Stückzahlen sind sehr gering. Der Porsche wird 918 Mal gebaut und ab 768.028 Euro verkauft, vom LaFerrari wird es 499 Exemplare zum Preis von etwa 1,2 Millionen Euro geben und vom McLaren sollen 375 Stück entstehen, die für jeweils etwa 1,16 Millionen Euro veräußert werden. Diesen Superlativ hat er also sicher: Er wird der seltenste unter den Dreien. (imp)