Die Krise von Ericsson weitet sich aus
Nun ermittelt auch die Börse wegen einer erneuten umstrittenen Gewinnwarnung, die gegen die Regeln gewesen sei. Lieferanten berichten zudem von verlängerten Zahlungsfristen bei dem Telekommunikationsausrüster.
Die Stockholmer Börse hat am Donnerstag Ermittlungen gegen den schwedischen Telekommunikations- und Netzwerkausrüster Ericsson wegen einer erneuten umstrittenen Gewinnwarnung aufgenommen. Wie ein Börsensprecher betonte, sei eine entsprechende Mitteilung von Konzernchef Carl-Henric Svanberg am Dienstag vor Analysten in New York gegen die Regeln gewesen. Der Aktienkurs war danach um elf Prozent gesunken. Ericsson steht wegen einer Gewinnwarnung im Oktober bereits vor Milliarden-Klagen von US-Investoren.
Das mit schrumpfenden Erträgen und drastischen Aktienkursstürzen kämpfende schwedische Unternehmen ist weltweit der größte Telekommunikationsausrüster. Ericsson machte am Donnerstag zudem Schlagzeilen in den Stockholmer Zeitungen, weil weltweit Zulieferer ihr Geld derzeit erst nach 90 statt nach 60 Tagen bekommen. In Schweden sind 30 Tage üblich. Ein Unternehmenssprecher bestätigte die Medienangaben und erklärte, man bemühe sich um eine Verbesserung des Geldflusses. Nicht kommentieren wollte das Unternehmen Medienberichte über Bestechungszahlen zur Erlangung von Aufträgen in arabischen Ländern.
Die Zeitung Dagens Nyheter berichtete über Bestrebungen, Svanberg an der Konzernspitze abzulösen. In anderen Berichten hieß es, er sei im Prinzip schon entmachtet. Aufsichtsratschef Michael Treschow erklärte dagegen, Svanberg habe weiter sein volles Vertrauen.
Siehe dazu auch:
- Wieder schlechte Nachrichten von Ericsson
- Ericsson erwartet ĂĽber 10 Prozent Umsatzsteigerung in China
- Ericsson beruft nach Gewinneinbruch neuen Finanzvorstand
- Ericsson warnt vor schlechter als erwartet laufenden Geschäften
(dpa) / (jk)