Lockpicker beklagt Verlust von technischem Wissen in Schlossindustrie

Steffen Wernéry, Mitbegründer und Pressesprecher des Verbandes "Sportsfreunde der Sperrtechnik Deutschland e.V." beklagt im Interview mit Technology Review einen schleichenden Verlust von technischem Wissen in der Schlossindustrie.

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Steffen Wernéry, Mitbegründer und Pressesprecher des Verbandes "Sportsfreunde der Sperrtechnik Deutschland e.V." (SSDeV) beklagt im Interview mit Technology Review einen schleichenden Verlust von technischem Wissen in der Schlossindustrie. "Die Ausbildung ist immer schlechter geworden, und es werde kaum noch grundlegendes Wissen vermittelt", klagt Wernéry. "Die ganzen alten mechanischen Fähigkeiten, die ganzen Grundlagen der 5000 Jahre alten Kulturgeschichte von Schloss und Schlüssel werden kaum mehr weitergetragen."

"Wir als Verein sind inzwischen diejenigen, die Fachliteratur in dem Bereich nachdrucken, um das Wissen überhaupt über das nächste Jahrtausend zu halten", sagt Wernéry. "Wir schulen die alten Fertigkeiten. Da wundert es kaum, dass sich dann natürlich auch in der Industrie wieder Fehler einschleichen, die eigentlich schon vor 20 Jahren ausgemerzt wurden."

Der SSDeV ist der erste so genannte "Lockpicking"-Sportverband der Welt, in dem in mehr als einem Dutzend Sportgruppen bundesweit Interessierte trainieren, Schlösser zerstörungsfrei zu öffnen – und das möglichst schnell. Die "mechanischen Hacker" betrachten ihr exotisches Hobby allerdings als Sport und keinesfalls als Einbruchstraining – mehr zum Thema "Lockpicking" lesen Sie in der aktuellen Print-Ausgabe 02/09 von TR.

Das komplette Interview auf TR Online:

Siehe dazu in TR 02/09:

(Ben Schwan) / (wst)