eBay.de feiert seinen 10. Geburtstag mit Schnäppchenseite

Die deutsche Plattform der Online-Auktion bietet ab sofort eine Reihe ausgewählter Schnäppchen zum Festpreis und für Versteigerungen an, zudem soll die Rückgabe von Artikeln erleichtert werden.

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Die deutsche Plattform des Online-Auktionshauses eBay bietet ab sofort eine Reihe ausgewählter "Bestseller" zu besonders günstigen Preisen zum Festpreis und für Versteigerungen an. Diese "Wow"-Angebote sind über eine eigene Startseite zu finden und unterteilen sich in ein spezielles "Schnäppchen" zum Festpreis sowie sechs Produkte, die pro Tag nach Unternehmensangaben "im dreistelligen Bereich" eine Woche lang unter den Hammer kommen.

Neben den Wow-Angeboten kündigte eBay heute anlässlich einer Pressekonferenz zum 10. Geburtstags der deutschen Plattform eine Reihe weiterer Neuerungen an. "In erster Jahreshälfte werden wir die Rückgabe von Kaufgegenständen vereinfachen", sagte Geschäftsführer Frerk-Malte Feller. Bei Unzufriedenheit mit einer Lieferung könne der Käufer die Retour dann über das Mein-eBay-System einleiten und abwickeln. Dabei werde auch dem Verkäufer automatisch die Verkaufsgebühr gutgeschrieben.

Auch beim Schutz gegen Phishing-Angriffe will der Online-Marktplatz, auf dem sich die gewerblichen und die privaten Verkäufe nach eigenen Angaben genau die Waage halten, aufrüsten. So soll der von PayPal eingeführte SMS-Sicherheitsschlüssel bald auch zum Schutz von eBay-Konten dienen, um den Sorgen der Deutschen bei der Sicherheit entgegenzutreten. Vom Frühjahr an will eBay ferner einen Hauch von virtuellem Outlet-Shopping auf der Plattform bieten. Dazu soll es spezielle Markenshops geben, auf denen Hersteller ihre eigenen Produkte konzentriert präsentieren können. Derartige Angebote sollen auch in die normale Suchfunktion eingebettet werden.

Vor zehn Jahren legten die inzwischen als Seriengründer und Wagniskapitalgeber bekannten Samwer-Brüder den Grundstein für die Online-Auktion Alando.de, die dann nach wenigen Monaten vom US-Vorbild eBay geschluckt wurde. Geschäftsführer Feller ist als Mitarbeiter Nummer 23 seit November 1999 an Bord und freut sich über einen "märchenhaften Erfolg". eBay sei über das Jahrzehnt hinweg zum "beliebtesten Online-Marktplatz der Deutschen avanciert", mit inzwischen 14,5 Millionen "aktiven Mitglieder", die seit dem Start 4,4 Milliarden Geboten abgegeben und über eine Milliarde Artikel im Warenwert von über 42 Milliarden Euro gehandelt haben.

Um die Zufriedenheit der Kunden zu erhöhen, habe man in den beiden vergangenen Jahren Verkäuferstandards eingeführt, das umstrittene Bewertungssystem überarbeitet und Höchstgrenzen für Versandkosten festgesetzt. Diese lägen nun im Durchschnitt bei 3,51 Euro und seien damit 2008 um 50 Prozent gesunken. Das im September erneuerte Geschäftsmodell für gewerbliche Verkäufer habe den Marktplatz zudem "richtig belebt". Momentan seien "zu jeder Zeit mehr als 30 Millionen Angebote im Sortiment" statt zuvor neun Millionen.

Der allgemeinen Konsumflaute könne sich aber auch eBay nicht entziehen, kommentierte Feller die schlechten jüngsten Quartalszahlen des Mutterhauses. Eigene Umsatzangaben macht die deutsche Plattform als Tochter eines US-Konzerns nach wie vor nicht. Für die Wirtschaftskrise sieht Feller die eigene Firma aber gut gerüstet: "Da schauen die Menschen auf jeden Cent und machen das in der Wohnung zu gutem Geld, was sie nicht mehr brauchen." Nach der Zentralisierung von Aktivitäten im Marketing in Zürich und zu den gewerblichen Marktplatzbetreibern in London und damit verknüpften Stellenstreichungen bei eBay rechnet Feller mit einer zumindest gleich bleibenden Mitarbeiterzahl in Höhe von 1000 Beschäftigten in Dreilinden bis zum Jahresende. (Stefan Krempl) / (ad)