DivX plant seine Zukunft
Auf der IFA sprach DivX-Schöpfer Jérôme "Gej" Rota über das kommende DivX 7, Erweiterungen des Streaming-Systems DivX Connected und ein neues Zertifizierungsprogramm.
Kurz vor der IFA veröffentlichte das Unternehmen DivX Inc. die erste Vorabversion seines für DivX 7 vorgesehenen H.264-Videoencoders. Die per Kommandozeile gesteuerte Software (inzwischen gibt es eine erste grafische Bedienoberfläche) setzt auf der H.264-Implementierung des Tochterunternehmens MainConcept auf, das auf der IFA eine um DivX-Kodierung erweiterte Version ihrer professionellen Kodierapplikation MainConcept Reference ankündigte.
Die finale Version von DivX 7 soll laut DivX-"Schöpfer" Jérôme "Gej" Rota noch vor Jahresende verfügbar sein. Ob der Community-Codec (und damit der laut DivX äußerst performante Decoder) wie bei früheren Codec-Versionen kostenlos verteilt werden kann, sei noch nicht abschließend geklärt.
Besonders stolz ist DivX Inc. auf die mittlerweile recht hohe Zahl von Plug-ins für sein Streaming-System "DivX Connected". Diese lassen sich mit dem kostenlos auf der DivX-Labs-Website verfügbaren SDK auch von Anwendern selbst prgrammieren. Für einen Schub sorgte hierbei die mittlerweile integrierte Flash-Unterstützung, die beispielsweise – über ein On-the-Fly-Transkoding der Inhalte – auch einen komfortablen Zugriff auf YouTube-Videos im Fenster- und Vollbildmodus ermöglicht. Daneben gab es einige Detailverbesserungen, die aber durchaus gefallen können: So lässt sich durch nun extrem breite Panoramabilder (gezeigt wurden zusammengesetze Fotos mit einer Breite von über 30.000 Pixel) leicht navigieren. Hierfür teilt das System das Bild automatisch in Sektoren aufgeteilt wird, die sich über den Ziffernblock der Fernbedienung direkt ansteuern lassen.
Der Erfolg von DivX Connected hängt letztlich davon ab, wieviele Clients auf dem Markt kommen. Hier hofft das kalifornische Unternehmen darauf, das Streaming-System praktisch als Feature vorhandener oder kommender Audio/Video-Geräte mit Internetzugang etablieren zu können. Den Jackpot würde dabei wohl Sonys Spielkonsole Playstation 3 darstellen, die ja auch schon per nachträglichen Update in die Lage versetzt wurde, DivX-Videos abzuspielen. Konkrete Pläne für ein DivX-Connected-Update gibt es laut DivX zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht. Eine zweite Kandidatengruppe stellen Fernseher mit Internetzugang dar, wie sie beispielsweise Panasonic (Viera Cast) und Samsung (mit der LCD-TV-Serie 9) präsentieren. Und schließlich könnte sich das Streaming-Konzept auch zum Notanker für das Blu-ray-Lager entwickeln, falls deren eigenes BD-Live-System scheitern sollte, bei dem Bonusmaterial über das Internet passend zur eingelegten Disc nachgeladen wird.
Um die Entwicklungen in Richtung H.264 besser würdigen zu können, führt DivX zudem unter der Bezeichnung "DivX Plus" ein neues Zertifizierungsprogramm ein. Um dieses Siegel zu erhalten, müssen Player nicht nur DivX-Videos wiedergeben können, sondern auch in H.264 komprimierte Inhalte. Eine spätere Ausweitung auf weitere Kompressionsverfahren schloss DivX nicht aus. (vza/c't) / (nij)