Axel Springer AG betreibt Bild.de künftig allein
Die "Bild-Zeitung" führt ihren Internetauftritt künftig ohne T-Online. So sei es möglich, "Bild.de noch enger mit der Bild-Markenwelt und deren journalistischen Kompetenzen zu verzahnen", glaubt die Axel Springer AG.
Die Axel Springer AG wird künftig den Internetauftritt der "Bild-Zeitung" allein betreiben. Sie übernimmt zum 1. Januar 2008 die 37 Prozent Anteile, die bisher im Besitz der Deutschen Telekom waren, und plant, die Position von Bild.de als "eines der führenden Medienangebote im Internet" auszubauen, heißt es in einer Mitteilung. Auf der Basis der neuen Gesellschafterstruktur sei es nun möglich, "Bild.de noch enger mit der Bild-Markenwelt und deren journalistischen Kompetenzen zu verzahnen".
Die "Bild-Zeitung" ging 1996 online und wurde 2001 in ein Joint Venture mit der Telekom eingebracht. Ein Ende der Partnerschaft war bereits im Oktober absehbar, als das Prepaid-Handy-Angebot "Bildmobil" ohne Beteiligung der Telekom gestartet wurde.
Außerdem werden zum 1. Januar 2008 das Online-Angebot, die "Bild"-Zeitunggruppe sowie die bisher dem Zeitschriftenbereich zugeordneten "Bild"-Titel sowie die "Auto-Bild"-Gruppe organisatorisch zusammengeführt und künftig von Andreas Wiele verantwortet. Die jeweiligen Bereichsverantwortlichen der Verlagsbereiche berichten direkt an Wiele. Die Chefredakteure der Zeitungen Kai Diekmann und Claus Strunz berichten weiterhin wie bisher direkt an den Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner.
Nachdem Springer Anfang 2006 auf die geplante Übernahme der ProSiebenSat.1 Media AG verzichtete, war im August dieses Jahres bekannt geworden, dass der Springer-Konzern umgebaut werden soll, um ihn mittelfristig zu einem in Europa führenden multimedial integrierten Print-, Online- und TV-Konzern machen. Im ersten Halbjahr 2007 hatte Springer "substanziell" in Bild.t-online.de, Welt online und Computerbild.de investiert. So strebt "Bild.de" ins "Web 2.0", "Leserreporter" können selbst gefilmte Videos hochladen. (anw)