US-Senator: America first bei Microsoft

Der republikanische Senator Chuck Grassley hat Microsoft-CEO Steve Ballmer aufgefordert, im Rahmen der geplanten 5000 Entlassungen zunächst Angestellten mit H-1B-Visum und nicht einheimischen Arbeitskräften zu kündigen.

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Nach der Ankündigung Microsofts, in den kommenden 18 Monaten weltweit bis zu 5000 Mitarbeiter entlassen zu wollen, hat der republikanische US-Senator Chuck Grassley Microsoft-CEO Steve Ballmer jetzt in einem offenen Brief aufgefordert, zunächst ausländischen Mitarbeitern zu kündigen, die über H-1B-Visa in die USA gekommen sind. "Ich bin besorgt, dass Gastarbeiter gegenüber gleich qualifizierten Amerikanern bevorzugt werden könnten", moniert Grassley und stellt klar, dass Arbeitgeber in den USA generell zunächst Einheimische einstellen müssten, wenn sie die gleichen Qualifikationen aufweisen wie ausländische Arbeitskräfte.

Microsoft gab bisher lediglich bekannt, es sei eine "signifikante Anzahl" ausländischer Angestellter von der ersten Entlassungswelle betroffen, insgesamt wurden bisher 1400 Arbeitsplätze abgebaut. Firmengründer Bill Gates gilt als großer Verfechter der H-1B-Visa, die es qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland ermöglichen, für einen begrenzten Zeitraum in den USA zu arbeiten. Wiederholt hatte er die Politik aufgefordert, die jährliche Obergrenze (derzeit 65.000 Visa) aufzuheben und weitere Fachkräfte aus dem Ausland zu holen. Im vergangenen Jahr wurden innerhalb von fünf Tagen 163.000 Bewerbungen für H-1B-Visa registriert. Auch US-Präsident Barack Obama gilt als Befürworter einer Aufstockung der Visa-Obergrenze.

Verliert der Inhaber eines H-1B-Visums seinen Arbeitsplatz, muss er innerhalb einer bestimmten Frist einen neuen Job finden oder alternativ beispielsweise ein Besucher- oder Stundentenvisum beantragen; andernfalls muss er ausreisen. Im Falle einer Ausreise kann der Inhaber jedoch jederzeit in die USA zurückkehren und die verbleibende Zeit des Visums antreten, sobald er einen neuen Arbeitgeber gefunden hat. Den Bestimmungen zufolge sollen US-Firmen Visums-Inhaber nicht gegenüber gleich qualifizierten US-Bürgern bevorzugen, was sich jedoch nur schwer nachweisen lässt. (rei)