3DTV-Experimente zum Super Bowl
Das Finale des US-amerikanischen American-Football-Profiliga ist das US-Sportereignis des Jahres und gleichzeitig die größte Marktingplattform. In diesem Jahr stehen die Werbeunterbrechungen im Zeichen von 3DTV.
Das in der Nacht von Sonntag auf Montag stattfindende Finale der US-amerikanischen American-Football-Profiliga National Football League ist das US-Sportereignis des Jahres und gilt zugleich als größte Marketing-Plattform des Landes. Auftritte in den Halbzeitpausen (unvergesslich etwa Janet Jacksons Nipplegate-Affäre) wie auch die Werbeunterbrechungen erhalten die ungeteilte Aufmerksamkeit der (männlichen) US-amerikanischen Bevölkerung.
Investierte Toshiba im vergangenen Jahr vergeblich Werbemillionen, um das Überleben der HD DVD zu sichern, steht beim 43. Super Bowl alles im Zeichen von 3DTV. Wie EETimes berichtet, sollen zwei Werbespots in 3D gezeigt werden. Am Abend strahlt NBC zudem einen Trailer des DreamWorks-Animationsfilms "Monsters versus Aliens" in 3D aus. Dabei kommt jeweils eine optimierte Version des über 150 Jahre alten Farbanaglyphenbild-Verfahrens zum Einsatz. Das "ColorCode 3-D" genannte Verfahren der dänischen Firma ColorCode 3-D Center soll für mehr Farbtreue der stereoskopischen Bilder sorgen und dadurch einen besseren 3D-Eindruck vermitteln (siehe Bild).
Um mit ColorCode erzeugte 3D-Farbfilme tatsächlich dreidimensional wahrnehmen zu können, benötigt man wie gehabt eine spezielle Brille. Kommt sonst Rot für das linke und Grün, Cyan oder Blau für das rechte Auge zum Einsatz, verwendet ColorCode bernsteinfarbene und dunkelblaue Farbfolien. Entsprechende Brillen hat Intel USA-weit in Supermärkten und Drogerien kostenlos verteilen lassen. Die US-Zuschauer können während des Super Bowl auf der Webseite Uptown3D.com abstimmen, ob ihnen das herkömmliche oder das ColorCode-Anaglyphen-System besser gefällt.
3D-Kino war in den USA schon im vergangenen Jahr und auch bei der CES ein großes Thema. Jüngst bekam selbst die gute alte DVD einen offiziell vom DVD Forum abgesegneten 3D-Standard, für die Blu-ray Disc gibt es zumindest erste Entwicklungen. Doch damit 3D-Fernsehen massentauglich wird, bedarf es eines Standards, der ohne Anaglyphen- oder Polfilter-Brillen auskommt. Hier sind in erster Linie TV-Gerätehersteller gefragt, die bereits seit geraumer Zeit mit 3D-fähigen Displays experimentieren. (vza)