Ein Volkshybrid?

Volkswagen wird auf der Tokyo Motor Show mit dem "Twin Up" gewissermaßen die Volksausgabe des XL1 präsentieren. Die Studie verdankt ihren Namen dem Zweizylinder-Diesel des XL1 und der Doppelmotorisierung mit Verbrennungs- und E-Maschine

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Wolfsburg, 7. November 2013 – Volkswagen wird auf der Tokyo Motor Show (23. November bis 1. Dezember 2013) mit dem "Twin Up" gewissermaßen die Volksausgabe des XL1 präsentieren. Die Studie verdankt ihren sehr zutreffenden Namen einerseits ihrem Zweizylinder-Diesel, den Volkswagen ursprünglich für sein Ein-Liter-Auto XL1 entwickelt hat - ein Zweizylindermotor heißt auf Englisch schließlich "Twin". Andererseits ist der kleine VW auch doppelt motorisiert: Dank einer zusätzlichen E-Maschine und einem Lithium-Ionen Akku drückt er den NEFZ-Verbrauch auf 1,1 Liter, das wäre ein CO2-Ausstoß von 27 g/km. Ein zweifacher Zwilling also, wenn man so will.

Nach Werksangaben leistet jeder der beiden Motoren einzeln 48 PS. Die Systemleistung ist auf 55 kW/75 PS limitiert. Das ist nicht zu wenig für den 1,2 Tonnen schweren Kleinstwagen, vor allem angesichts der 215 Nm Drehmoment, die beide Motoren gemeinsam aufbringen können. Sie beschleunigen den Up in 15,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ermöglichen eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h. Allein mit dem Elektroantrieb soll der Twin Up dank 8,6 kWh fassendem Lithium-Ionen-Akku 50 Kilometer weit kommen. Der Elektromotor ermöglicht eine Beschleunigung in 8,8 Sekunden von 0 auf 60 km/h und 125 km/h Endgeschwindigkeit.

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Der E-Up könnte Konkurrenz in Form eines Hybridmodells namens Twin Up mit der Technik des VW XL1 bekommen.

Ob der Twin Up vermarktet werden soll, ist laut Volkswagen noch nicht abschließend geklärt. Vielleicht haben zu viele Verantwortliche noch ein teures Experiment aus der Vergangenheit in Erinnerung. Die Verbrauchsangabe für Plug-In-Hybridautos sollte man nämlich mit Vorsicht genießen, sie ist einfach nicht realistisch und übervorteilt alle Autos, die sich allein mit ihren Brennkraftmaschinen redlich um gute Verbräuche bemühen. Man darf den angegebenen Verbrauch getrost mit dem Faktor drei multiplizieren, um auf Alltagswerte zu kommen, die Formel finden Sie hier. Womit wir wieder beim Drei-Liter-Auto wären. Sie erinnern sich bestimmt an den Lupo 3L, oder den Audi A2 aus dem selben Konzern.

Diese Vorläufer des Twin Up waren gut gemeint und gut gemacht, aber leider zu teuer. Einen Preis für den Hybrid-Up nennt Volkswagen noch nicht, aber der E-Up kostet bereits 26.900 Euro. Rechnete man den Twin Up einmal durch, wenn man könnte, würde man bestimmt auf einen Break-Even irgendwo weit jenseits 300.000 Kilometern kommen. Wer aber würde in einem vertretbaren Zeitraum so eine Strecke in einem Zweizylinder-Kleinstwagen bewältigen wollen? (fpi)