Vernunftgründe

Der Mercedes GLK, das kompakte SUV der Stuttgarter Marke, ist alles andere als ein kleines Auto. 4,45 Meter lang und über 1,8 Tonnen schwer. Sprechen da mehr als nur Vernunftgründe für den Vierzylinder-Ottomotor?

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Von
  • Marc Ziegler
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München, 29. November 2013 – Ich gebe zu, ich war ziemlich skeptisch. Schließlich ist der GLK, das kompakte SUV der Stuttgarter Marke, alles andere als ein kleines Auto. 4,45 Meter lang und über 1,8 Tonnen schwer. Kann da ein Vierzylinder-Ottomotor für angemessene Fahrleistungen sorgen? Es hat schon Gründe, warum ähnliche Fahrzeuge meist mit Sechszylindern angeboten werden. Sprechen also mehr als nur Vernunftgründe für diesen Motor?

Tatsächlich stand zur Markteinführung des aktuellen Modells 2012 mit dem 350 4MATIC nur ein einziger Benzinmotor zur Wahl. Im Laufe des Jahres kamen dann, dem aktuellen Downsizing-Trend folgend, zwei Versionen eines Zweiliter-Turbo hinzu. Auch verzichtete man zum ersten mal beim GLK 200 auch auf den bis dahin obligaten Allradantrieb und bot den Wagen mit Heckantrieb und Sechsgangschaltgetriebe an. Mit dem 250 4MATIC haben wir damit nicht das Einstiegsmodell der Baureihe, wohl aber den kleinsten verfügbaren Benziner mit Allradantrieb im Test. Auf dem Papier wirkt der Turbo-Direkteinspritzer nicht eben schwach: 211 PS und 350 Nm maximales Drehmoment sollten genügen, das immerhin 1,8 Tonnen schwere SUV angemessen in Fahrt zu bringen. Das Drehmoment liegt bereits bei 1200/min an und wächst sich zu einem langen Plateau aus.

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Der GLK ist Mercedes' Interpretation des Mittelklasse-SUV. (Bild: Daimler AG (alle))

In der Tat lassen sich weder ein Turboloch noch eine Anfahrschwäche provozieren. Nach 7,9 Sekunden meldet der Tacho Tempo einhundert. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 215 km/h. Die angenehm gleichmäßige Kraftentfaltung und das direkte Ansprechen auf Gasbefehle lassen die zwei fehlenden Zylinder fast vergessen. Gewohnt souverän agiert auch die Siebengang-Automatik, die grundsätzlich mit dieser Motorisierung kombiniert wird. Die Gänge werden flink und ruckfrei sortiert, große Schaltorgien bleiben aus. An Ampeln und im Stau schaltet der Motor konsequent ab, alle GLK-Modelle verfügen mittlerweile über eine Start-Stopp-Automatik. Zur Effizienz beitragen sollen auch die Piezo-Injektoren, die pro Verbrennungsvorgang bis zu fünf mal einspritzen und eine bedarfsgesteuerte Mehrfachzündung des Benzin-Luft-Gemischs. Das Resultat der aufwendigen Technologie sind 7,5 bis 7,7 Liter im genormten Fahrzyklus. In unserem Test genehmigte sich der GLK im Schnitt neun Liter Superbenzin.

Vier angetriebene Räder sollten es schon sein. Angesichts der Allradtechnik mit ihren unbestreitbaren Vorteilen sollten wir die Versionen mit Hinterradantrieb unter "Flottenverbrauchsmodelle des Herstellers" verbuchen. Dieser kantige Mercedes ist zwar kein vollwertiger Geländewagen, bietet aber die Technik der permanent allradgetriebenen Pkw der Marke.