Vertreters Liebling
Der aktuelle Passat ist noch immer sehr beliebt, doch VW hat ein Problem bei den Privatkunden. Die nächste Auflage, die derzeit nur wenig getarnt unterwegs ist, soll auch das ändern. Dabei wird der Wagen umfassend renoviert - und bleibt sich dennoch treu
München, 18. Dezember 2013 – Der VW Passat gehört zu den Spitzenreitern bei den gewerblichen Zulassungen: Zwischen Januar und November 2013 lag die Quote bei 91 Prozent. Anders ausgedrückt: Private Passat-Käufer sind vergleichsweise die Ausnahme. Ob VW mit dem extrem hohen Anteil an Firmenwagen glücklich ist, scheint zweifelhaft, denn in diesem Geschäft wird mit Rabatten jongliert, von denen private Autokäufer meist nur träumen können. Von der nächsten Generation des Passats sollen wieder mehr Kunden diesseits des Firmengeschäfts gewonnen werden, auch wenn das keiner offiziell so sagt.
Luft nach oben
Die Baureihe verkauft sich immer noch blendend. Innerhalb der Mittelklasse liegt sie auf Platz drei. Das ist bemerkenswert, denn eigentlich ist der aktuelle Passat schon seit 2005 auf dem Markt. Seit November 2010 gibt es eine überarbeitete Fassung, die VW als neue Generation vermarktet hat – offenbar ziemlich erfolgreich, wie die Verkaufszahlen zeigen. Doch im Geschäft mit Privatkunden hat VW mit dem Passat noch Luft nach oben. Die greifen aktuell meist eine Klasse darunter zu. Dazu kommt, dass der betagte Passat mit Skoda Octavia und VW Golf Variant zwei mächtige Gegner im eigenen Haus hat. Der Neue muss sich schon deshalb wieder spürbarer von den kleineren Modellen absetzen.
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Der neue VW Passat als Limousine und Kombi soll im nächsten Jahr auf den Markt kommen.
Keine Revolution beim Design
Limousine und der Variant genannte Kombi werden parallel erprobt. Im direkten Vergleich fällt trotz üppiger Tarnung die Linienführung auf. Beide Modelle werden im Stil des Golf kantiger. Der Variant bleibt sich optisch weitestgehend treu, das Stufenheck mutiert dagegen in Richtung des schnittigeren CC. Besonders im hinteren Verlauf wird die Dachlinie abgesenkt – ob das zu einem höheren Anteil an Passat-Limousinen führt, wird sich zeigen. Wir vermuten, dass der Variant auch künftig hierzulande deutlich beliebter sein wird.
Dreizylinder als Basis?
Technisch greift VW zukünftig auch beim Passat zum modularen Querbaukasten (MQB). Die Benziner leisten künftig zwischen 125 und 300 PS – sie sind größtenteils schon bekannt. Auch im Passat wird dann bei den kleinen Motoren von Steuerkette auf Zahnriemen gewechselt. Einen Sechszylinder wird es mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht mehr geben. Denkbar wäre aber, dass VW einen aufgeladenen Dreizylinder als Basisbenziner anbietet. Die Dieselmotoren dürften 110, 150 und 184 PS leisten, auch sie sind schon aus dem Golf bekannt. Der intern B8 genannte VW Passat debütiert auf dem Pariser Autosalon 2014, der Verkauf soll im November des Jahres starten.
(mfz)