Norwegen lässt bei iTunes nicht locker
Seit mehr als zweieinhalb Jahren kämpft der norwegische Verbraucherombudsmann Bjørn Erik Thon gegen Apples DRM-Politik beim Verkauf von Songs über den iTunes Music Store. Jetzt wurde der Fall an die norwegische Marktkommission übergeben.
Seit mehr als zweieinhalb Jahren kämpft der norwegische Verbraucherombudsmann Bjørn Erik Thon dafür, dass sämtliche im iTunes Music Store von Apple verkauften Songs nicht nur auf Geräten des US-Computerherstellers, sondern ohne große Umwandlungsaktionen auch auf jedem anderen beliebigen Player abgespielt werden können. Bislang mit mäßigem Erfolg. Zwar hatte Apple Mitte 2007 damit begonnen, über den iTunes Store auch Musikstücke ohne DRM zu verkaufen, doch ist das Angebot von "iTunes plus" sehr begrenzt.
Thon, der die Rechte von Endverbrauchern an der Nutzung erworbener Musikstücke durch Apples DRM-Politik massiv beeinträchtigt und Gesetze des Landes Norwegen verletzt sieht, versuchte es zunächst mit Briefen, dann mit Ultimaten und schließlich mit Klageandrohungen. Nachdem Apple im Februar erklärte, Interoperabilitäts-Maßnahmen einleiten zu wollen, sich seither aber nichts tat, hat Thon die Angelegenheit nun an die norwegische Marktkommission (Markedsrådet) übergeben, die Unternehmen anweisen kann, ungesetzliche Vertriebsmethoden zu unterlassen.
Apple hat nun bis zum 3. November Zeit, sich zu dem Sachverhalt zu äußern. Laut Thon wird eine Entscheidung des Markedsrådet voraussichtlich Anfang des kommenden Jahres fallen. Seinen Angaben zufolge kommt Norwegen in diesem Fall eine Art "Testrolle" zu: Sollte Oslo Apples DRM-Praxis für nicht vereinbar mit Verbraucherschutzrechten halten und Änderungen erzwingen, stünden andere Länder bereits bei Fuß, um ebenfalls Maßnahmen gegen Apple einzuleiten. "Der Ausgang des Verfahrens dürfte internationale Konsequenzen haben", verdeutlicht Thon. (pmz)