Kampf dem Papierkram im Krankenhaus

Das deutsche Start-up Advanova versucht, eine eigene digitale Krankenakte gegen Branchengrößen zu etablieren.

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Die Digitalisierung im Gesundheitswesen geht nur zögerlich voran – nicht nur bei der umstrittenen elektronischen Gesundheitskarte. Auch bei digitalen Patientenakten, die Ärzten und Pflegern viel Arbeit abnehmen könnten, ist noch einiges zu tun. Die junge Erlanger Firma Advanova versucht es mit einer eigenen Technik, berichtet Technology Review in einem Start-up-Porträt. Die Software des Unternehmens, "VMobil", ist seit Ende 2012 am Markt, Anfang 2013 bekam Advanova vom High-Tech-Gründerfonds 500.000 Euro Förderung. Zu den Kunden gehörte bereits ein Uniklinikum in Süddeutschland, wo das System auf sieben Stationen läuft.

Das Start-up tritt mit seiner Technik gegen Branchengrößen wie Siemens, Agfa und Meierhofer an. "Die fürchten den Wettbewerb wie der Teufel das Weihwasser", meint Advanova-Mitbegründer Bastian Bleisinger. "Sie versuchen, den Markt zu sichern, indem sie Daten nur in wenigen Fällen mit anderen teilen wollen." Sie ließen sich das Einlesen aus anderen Systemen oder das Exportieren in diese von den Krankenhäusern sehr gut bezahlen.

Die Krankenhäuser wiederum sind schwer zum Wechseln zu bewegen, weil sie ihre mehrere Millionen teuren Plattformen so lange wie möglich nutzen wollen – auch wenn die mobilen Lösungen nicht gut funktionieren. So zeigen viele nur Daten an, erlauben aber fast keine Eingaben. Oder die Datenübernahme aus anderen Systemen läuft nicht so reibungslos wie versprochen. Bleisinger dagegen versichert: "Unsere Daten können Sie in jedes System exportieren und aus jedem anderen welche importieren." Für potenzielle Kunden ist das zunächst nur ein Versprechen. Der Erfolg der Erlanger wird davon abhängen, dass sie es stets einlösen können. Gerade wenn Kliniken schlechte Erfahrungen gemacht haben, hat es Advanova schwer. "Wir sind da schon als Missionar unterwegs", sagt Bleisinger.

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(bsc)