Schützen-fest
Der Audi A8 ist im vergangenen Jahr etwas überarbeitet worden. Nun stellt Audi wieder eine gepanzerte Version vor, die auch Schüssen und Handgranaten standhalten soll. Viele verraten die Ingolstädter nicht
Ingolstadt, 22. Januar 2014 – Das Geschäft mit gepanzerten Limousinen muss ein lohnenswertes sein, denn fast alle Hersteller solcher Wagen haben ein entsprechendes Modell im Sortiment. Der kürzlich leicht überarbeitete Audi A8 wird nun wieder als besonders sichere Version angeboten. Diese soll auch Schüssen und Handgranaten standhalten.
Schwergewicht
Die Basis Audi A8 L Security bildet die 5,27 Meter lange XL-Ausführung der Ingolstädter Limousine. Zu erkennen ist das Update an schmaleren Scheinwerfern, einem stärker konturierten Grill und neu geformten Stoßfängern. Wahlweise ist die gepanzerte Limousine mit V8- oder W12-Maschine zu haben – einen Diesel oder Hybridantrieb gibt es nicht. Der Biturbo-V8 leistet jetzt 435 PS und bietet zwischen 1500 und 5000/min ein Drehmoment von 600 Nm. Damit soll der A8 L Security in 7,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigen. Das klingt für 435 PS nicht gerade sensationell, doch die Security-Variante hat mit einem gehörigen Gewicht zu kämpfen: Leer wiegt der Wagen 3650 Kilogramm, die Serienversion "nur" 2050. Auch der Verbrauch verdeutlicht eindrucksvoll, wie schwer die Motoren an der Limousine zu schleppen haben: Im NEFZ ist die gepanzerte V8-Version mit 10,9 Litern angegeben, der normale A8 L mit dieser Maschine dagegen mit 9,2 Litern.
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Audi A8 L Security: Die Panzerlimousine soll selbst Schüssen standhalten.
Der W12 ist trotz 65 PS mehr nicht sehr viel schneller. Hier soll der Standardsprint in 7,1 Sekunden gelingen, bei 210 km/h wird abgeregelt. Den Verbrauch im NEFZ gibt Audi mit 13,5 Litern an. Die Eckdaten der Serienversion für Normalsterbliche: in 4,7 Sekunden von 0 auf Tempo 100, 250 km/h Höchstgeschwindigkeit und ein Verbrauch von 11,3 Litern.
Auch Audi lässt sich beim Umbau vom normalen zum gesicherten A8 kaum in die Karten schauen. Etwa 450 Arbeitsstunden soll es dauern, bis die Karosse entsprechend präpariert ist. Er wurde vom Deutschen Beschussamt in München zertifiziert und erfüllt die Anforderungen der Beschussklasse VR 7 nach der Richtlinie BRV 2009 – das Kürzel BRV steht für Bullet Resistant Vehicles. In der Klasse VR 7 müssen Blech und Verglasung dem Beschuss mit Nato-Hartkernmunition standhalten. Um das zu schaffen, kommen Panzerstahl, Aramidgewebe, Keramik, Aluminium in spezieller Legierung und mehrschichtiges Glas zum Einsatz. Alu-Profile in den Schwellern und der gepanzerte Fahrzeugboden sollen den Schutz vor Sprengladungen verbessern. Der Wagen soll einem Angriff mit Handgranaten standhalten können.