Nvidia plant Beteiligung bei Via

Nvidia möchte neu ausgegebene Aktien des taiwanischen Chipherstellers Via im Wert von über 60 Millionen Euro kaufen, berichten Wirtschaftsmedien. Das könnte Nvidia den Einstieg in die Entwicklung von x86er-CPUs erleichtern.

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Von
  • Dorothee Wiegand

Nvidia plant, Aktien des taiwanischen Chipherstellers VIA zu übernehmen. Das berichten verschiede Wirtschaftsdienste, darunter Dow Jones Newswires und die taiwanische Digitimes. Demnach will VIA 300 Millionen neue Aktien im Wert von 0,27 bis 0,36 US-Dollar (umgerechnet 0,20 bis 0,26 Euro) ausgeben; Nvidia ist am Kauf der Papiere interessiert. Weil die Zustimmung der Via-Aktionäre erforderlich ist, soll das Geschäft nach der nächsten Aktionärsversammlung stattfinden, die für den 19. Juni 2009 geplant ist.

VIA möchte die Erlöse aus dem Aktienverkauf in die Unternehmenssparte optische Speichermedien investieren. Für Nvidia wäre eine Beteiligung an der Chipfirma im Zusammenhang mit den Patent-Streitigkeiten mit Intel interessant. Durch den Einstieg bei VIA dürfte es für den Grafikkarten-Hersteller einfacher werden, künftig bei x86er-CPUs mitzumischen und Kombi-Prozessoren aus CPU und GPU zu entwickeln. Marktbeobachter erwarten, dass Chipsätze mit eingebauter Grafik in den nächsten Jahren nach und nach vom Markt verschwinden werden, da Intel und AMD solche Hybrid-Prozessoren planen.

Bereits vor einem Jahr hatte Nvidia mitgeteilt, gemeinsam mit VIA eine Plattform für billige, aber Vista-Premium- und HD-Video-taugliche Desktop-Rechner entwickeln zu wollen. In diesem Jahr möchte der Hersteller einen Chipsatz für VIAs Billigprozessor Nano unter der Plattform-Bezeichnung Ion 2 anbieten. (dwi)