Einparkhilfe überflüssig

Wild beginnen unsere frankophilen Klischees von hautenger Fühlung beim Einparken zu flimmern, wenn wir von den Lufpolstern des neuen Citroën C4 Cactus hören. Und das alles nur, weil sich die einst so innovative Marke Citroën mal wieder etwas traut

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Köln, 6. Februar 2014 – Der C4 Cactus wird den Genfer Autosalon (6. bis 16. März 2014) um interessante Diskussionen bereichern, denn er ist selbst ein Diskussionsbeitrag. Am wildesten beginnen unsere frankophilen Klischees und Phantasien von hautenger Fühlung beim körperbetonten Einparken zu flackern, wenn wir von seinen Luftpolstern hören. Und das alles nur, weil sich die einst so innovative Marke Citroën nach Jahrzehnten der Stagnation mal wieder etwas traut.

Die Optik des Cactus polarisiert, und wer die im Herbst 2013 auf der Frankfurter IAA gezeigte Cactus-Studie gesehen hat, weiß auch, warum. Citroën hat sie fast originalgetreu übernommen, inklusive der so genannten "Airbumps". Luftgefüllten Aufpralldämpfern also an Flanken und Schürzen des Fahrzeugs, welche künftig die vielen Schmarren vermeiden helfen können, welche alle in französischen Großstädten bewegten Autos nach kürzerer Zeit zieren.

Einparkhilfe überflüssig (18 Bilder)

Der neue Citroën C4 Cactus will nicht jedem gefallen.

Das liegt übrigens nicht an einem geringeren Fahrkönnen, sondern an der Mentalität, das Auto als Gebrauchsgegenstand zu sehen. Wir lassen unsere Waschmaschine ja auch nicht jedes mal neu spachteln und lackieren, wenn uns mal wieder der Wäschekorb dagegengefallen ist. Die Airbumps sind in vier Farben erhältlich, aber auch in individuellen Ausführungen, etwa zu Werbezwecken für Firmenwagen.

Wer den Luftpolstern nicht traut oder einfach ein konservativer Einparker ist, bestellt, obwohl nun endlich überflüssig, eine Rückfahrkamera. Ebenfalls erhältlich ist eine Einparkautomatik, bei der nur Gas und Bremse betätigt werden müssen. Zum Design sagt Citroën übrigens, dass es mit "fließenden Konturen" es "jede Form von Aggressivität vermeiden" soll. Das wäre dann also der präventive Teil des Sicherheitskonzepts, der passive besteht ja - wie bereits beschrieben - aus den Luftpolstern.

Die Zweiteilung der vorderen Leuchten im Stil des Nissan Juke ist bereits vom C4 Picasso bekannt. Mit 4,16 Meter ist der C4 Cactus exakt so lang wie sein Konzernkollege Peugeot 2008, bietet aber mit 2,60 Meter einen etwas längeren Radstand. Die Breite des Cactus beträgt 1,73 Meter, die Höhe 1,48 Meter.