Hewlett-Packard will weitere Stellen in Deutschland streichen
Nach dem Aus fĂĽr den Standort RĂĽsselsheim geht der Sparkurs des IT-Konzerns Hewlett-Packard weiter. In Deutschland fallen nach Gewerkschaftsangaben Hunderte Stellen weg.
Der IT-Konzern Hewlett-Packard (HP) will nach Gewerkschaftsangaben in Deutschland noch einmal mehrere Hundert Arbeitsplätze streichen. Es gehe um mehr als 500 Stellen, die längerfristig wegfallen sollen, sagte der HP-Unternehmensbeauftragte der Gewerkschaft IG Metall, Johannes Katzan, am Montag. Sie seien Teil des europaweiten Abbaus von 7000 Stellen, der dem europäischen Betriebsrat im Herbst mitgeteilt worden war. Zuvor hatten Wirtschaftswoche und Stuttgarter Nachrichten über den Abbau von rund 600 Stellen berichtet.
Ein Unternehmenssprecher konnte die Zahl nicht bestätigen. Die Geschäftsführung verhandele derzeit mit den zuständigen Gremien über ein Freiwilligenprogramm, das Abfindungen, aber auch Altersteilzeit beinhalte, sagte er. Es gebe aber keine Zielgrößen für einzelne Standorte.
HP ist einer der weltweit größten Hersteller von PCs, Druckern und Servern und beschäftigt in Deutschland rund 9000 Mitarbeiter. In den vergangenen Jahren war der IT-Konzern unter Druck geraten. HP leidet mehr als die Konkurrenz unter der Flaute im PC-Geschäft. Weil mehr Verbraucher zu Tablets und Smartphones greifen, geht die Nachfrage nach Desktops und Notebooks. Im vergangenen Geschäftsjahr, das im Oktober endete, waren die Umsätze von HP um 7 Prozent auf 112,3 Milliarden Dollar geschrumpft.
HP-Chefin Meg Whitmann hatte deshalb bei ihrem Antritt vor gut zwei Jahren einen tiefgreifenden Umbau angestoßen. Anfang 2014 hatte der Konzern noch einmal angekündigt, dass weltweit statt der bisher geplanten 29.000 nun 34.000 Arbeitsplätze wegfallen sollen. Nach Angaben der Konzernzentrale im kalifornischen Palo Alto waren bis Oktober im Rahmen des Sparprogramms weltweit bereits 24.600 Stellen gestrichen worden. Übrig blieben 317.500 Mitarbeiter.
In Deutschland hatte das Unternehmen zunächst angekündigt 450 Stellen streichen zu wollen. Dann hatte man im vergangenen Jahr die Schließung des Standorts Rüsselsheim beschlossen, was etwa 1100 Stellen kosten sollte. Der neue Stellenabbau komme nun hinzu, sagte Katzan. Er sei aber Teil einer längeren Umstrukturierung. "Wir verlassen uns auf die Aussage des Managements, dass es diesmal keine Standortschließungen und betriebsbedingte Kündigungen gibt." (axk)